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Über allen Gipfeln ist Ruh'

Hütten im Schnee. Sie sind der Inbegriff von Romantik. Doch die Bandbreite ist groß - von einem Schlafplatz im Matratzenlager über die urige Selbstversorgerhütte bis zu den neuen modernen, luxuriösen Chaletdörfern.

Eins vorweg: Wer jetzt noch eine Hütte für den Winter sucht, muss sich beeilen. Denn Berg ist modern, in den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Almhütten - auf Selbstversorgerbasis oder auch nicht - stark gestiegen.

Reiseveranstalter wie Mondial haben sich schon seit vielen Jahren auf Hütten spezialisiert, aber auch kleinere Buchungstools wie www.almliesl.com sind eine wahre Fundgrube für urige Domizile auf Zeit, in Österreich wie auch Südtirol. Auch die Plattform huettenland.com, die vor vier Jahren in Tirol ins Leben gerufen wurde, setzt auf Handschlagqualität - gegenüber den Bauern ebenso wie den Gästen - und auf sanften Tourismus.

Das Team von 16 selbstständigen Unternehmern wurde mittlerweile für den Tiroler Innovationspreis nominiert und hat 260 Unterkünfte im Programm. Ziemlich schlau gemacht ist auch die Suchmaschine von www.hüttenmax.at, wo genau ausgewählt werden kann, ob der Sinn nach Almhütte, Skihütte, Berghotel oder Hüttendorf steht. Und wer nicht ganz so hoch hinauswill, der ist bei der steirischen Initiative www.landlust.at gut aufgehoben, die Bauernhäuser und Troadkästen in der Oststeiermark sehr geschmackvoll und heimelig renoviert und als Unterkunft anbietet.

Urlaub in einer Berghütte verspricht das, was meist mit Entschleunigung gemeint ist. Einziger Nachteil: Aufenthalte unter einer Woche sind nur manchmal last minute möglich. Doch die Kinder haben Auslauf, der Hund auch, es gibt auf der Alm keine Autos, kaum Allergien. Die Luft am Berg ist sauber und frisch, und bei klarem Himmel sieht man in der Nacht auch wirklich alle Sterne. Kein Wunder, dass das Konzept Hütte boomt.

So werden nicht nur die Buchungsplattformen mehr, sondern auch die Hütten. Die nennen sich Chalets und spielen alle Stückerl. Vor den Toren der Stadt Salzburg etwa, im bayerischen Ainring, liegen die Bayern Chalets, wahre Luxushäuschen, jedes mit privatem Garten samt Lärchenzaun drum herum. Derart eingeigelt lässt sich die ruhige Seite des Winters in der privaten Zirben- und Ahornholzsauna, natürlich mit Flat-TV, und im beheizten Außenwhirlpool genießen. Das Frühstück wird geliefert, zum Abendessen geht's ins Restaurant des Chaletdorfs. Diese Art von Premium-Chalets findet sich auch hoch über dem Ennstal, im Almdorf Reiteralm. Die schmucken Holzhäuser tragen stolze Namen wie "Erzherzog Johann", "Freiherr" oder "Alpenfürst", und läge nicht die Piste quasi vor der Tür, könnte man damit zufrieden sein, die grandiose Bergwelt durch die Panoramafenster zu betrachten - von Private Spa bis Geschirrspüler und Kaminofen ist alles vorhanden. So auch in anderen Hüttendörfern, von beliebten Hotspots wie s'Kriemandl auf der Tauplitz oder dem Hochsitz auf der Riesneralm bis hin zu Ruhepolen wie den neuen Four-Elements-Chalets im Gesäuse, direkt über der Salza. Für so viel Luxus muss ein wenig tiefer ins Börserl gegriffen werden, und generell gilt: Der Winter ist teurer als der Sommer. Ganz besonders - wie auch in der normalen Hotellerie - rund um die Feiertage und den Jahreswechsel.

Die Nachfrage jedenfalls steigt. Eins dieser Projekte hat nun sogar den Österreichischen Bauherrenpreis ergattert: Burgschauspieler und Hofzuckerbäcker Robert Hollmann hat eine Handvoll neu interpretierter Troadkästen mitten in den Zirbenwald auf der Turrach gestellt, zwischen der Steiermark und Kärnten. "Sanfte Riesen" nennt der Bauherr seine Chalets aus Holz und anthrazitfarbenem dunklen Beton mit traditionellen Details wie Holzkastenfenstern.

Ein wenig Hüttenfeeling lässt sich jedenfalls auch bei einem kürzeren Besuch tanken. In vielen österreichischen Wintersportgebieten - in Südtirol sowieso - geht der Trend zurück zum Authentischen. Das heißt, weg von Convenience-Germknödel und Pommes, dafür Hausmannskost nach regionalen, überlieferten Rezepten. Dafür wird dann auch mal ein Fernsehstar wie Johann Lafer in seine steirische Heimat geholt, um hoch am Berg publikumswirksam Knödel aus dem Wasser zu fischen. Ein gut sortierter Weinkeller auch über 1000 Metern Seehöhe ist ohnehin mittlerweile Pflicht, der Arlberg war hier einsamer Vorreiter. Gut zu wissen. Denn auch wenn in der eigenen Hütte die Küche mal kalt bleibt, ist das Abendessen nur einen Winterspaziergang entfernt.

INFORMATION & ADRESSEN

Buchungsplattformen für Selbstversorger:
Hütten in Österreich und Südtirol: www.almliesl.com
Hütten im Tiroler Land: www.huettenland.com
Mondial: www.mondial-reisen.com/de/huts/welcome
Auswahl je nach Unterkunftsart: www.hüttenmax.at
Revitalisierte Hütten in der Oststeiermark: www.landlust.at
In den österreichischen Alpen: www.huettenpartner.com
In Österreich, Italien und der Schweiz: www.huetten.com

Schlafen in bewirtschafteten Hütten:
www.huetten-holiday.de; www.alpenverein.at
Chaletdorf Hollmann am Berg: www.hollmann-turrach.at
Bayern Chalets: www.bayern-chalets.de
Almdorf Reiteralm bei Schladming: www.almdorf-reiteralm.at
Kulinarische Erlebnisse:
Steirerhütte, Bad Mitterndorf: www.gourmet-atelier.at
Hospiz-Alm, nobel mit Weinkeller: www.arlberg1800resort.at

Aufgerufen am 30.11.2020 um 05:01 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/ueber-allen-gipfeln-ist-ruh-62147587

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