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Vegane Restaurants in Salzburg boomen

Es gibt viele Gründe dafür, vegan zu speisen. Drei Salzburger Lokalinhaberinnen mit veganem Schwerpunkt haben uns einen Einblick in ihre persönliche Zugangsweise zum Veganismus gegeben.

"Ich bin kein Hardcore-Veganer"

Bunte Comiczeichnungen zieren die Wände des "Milton!". Es sind die Werke von Renate Schwabs verstorbenem Bruder. Es war schon immer ihr Traum, mit ihm gemeinsam ein Lokal zu gründen. Durch seine Krebserkrankung begann sie, sich intensiv mit veganer Ernährung zu beschäftigen. Seitdem ist sie davon begeistert, obwohl sie selbst keine Veganerin ist.

"Je mehr gemischtes Publikum, desto besser"

"Essen ist meine Leidenschaft, ich habe mein Leben lang gekocht." Jeder Bissen ihrer bunten Gerichte zeugt davon. Renate ist die einzige Köchin des Lokals und bekocht ihre Gäste wahrlich mit Pepp und Liebe. Sie heißt alle Leute willkommen, egal welcher Ess-Religion sie angehören. "Jeder soll sich hier wohlfühlen - auch Fleischesser".

Gerade diese bilden den Hauptanteil ihrer Kundschaft. "Die Leute wollen Neues ausprobieren und überrascht werden." Der Miltonburger, mit saisonal abwechselndem Laibchen, und der Dönerteller sind die Renner in der zu 95 Prozent veganen Speisekarte.

Auch Krimiliebhaber kommen im Milton! auf ihre Kosten. Renate Schwab veranstaltete in Kooperation mit "Tatort Wohnzimmer" vor kurzem das erste Krimi-Dinner in ihrem Lokal. Dabei kostümieren sich die Gäste und nehmen eine Rolle ein. Zwischendurch werden sie kulinarisch verköstigt. Beim letzten Krimi-Dinner mit dem Thema "Märchenkrimi" gab es einen Wildkräutersalat mit gebackenem Ei, eine grüne Zuckererbsensuppe, Eierschwammerlsuppe mit Knödeln sowie ein Lebkuchenparfait als Dessert. Das nächste Krimi-Dinner im Milton! wird unter dem Motto "Dracula" stattfinden.

Auf vegane Ersatzprodukte verzichtet Renate: "Das geht goar ned". Im Milton wird alles frisch, regional und vor allem saisonal zubereitet.

Das ist auch für Julia Platzer, "Flexi-Veganerin" und Besitzerin des "The Green Garden", wichtig. Sojaprodukte findet man auf ihrer Speisekarte nicht. "Mich interessiert es mehr, mit Gemüse zu kochen als mit Tofu". Sie achtet vor allem auf eine regionale Küche und bezieht ihre Produkte von nahe gelegenen Bauernhöfen.

"Die Gäste sollen sich hier wie daheim fühlen"

Julia Platzer wollte mit ihrem "Green Garden" ein Gesamtkonzept auf die Beine stellen. Das Lokal sollte stimmig sein und eine gute Kombination aus Wohnzimmer und Küche bieten. Großen Wert legt sie auf die Qualität ihrer Produkte. "Die Leute sollen in Zeiten von Massen- und Billigprodukten Qualität wieder schätzen lernen." Qualität kostet aber auch. Trotz der etwas gehobenen Preise ist das Restaurant immer gut besucht. "Schüler sparen ihr Taschengeld und kommen zu uns essen. Sie teilen sich dann einen Burger."

"The Green Garden" überzeugt nicht nur mit seinem netten "Wohnzimmerflair", sondern sorgt mit einer kreativen Karte, die alle zwei Wochen wechselt, für Geschmacksexplosionen. So finden sich im Wildkräutersalat neben Erdbeeren und essbaren Blumen auch Lavendelkerne im Cashewkäse eingehüllt. Sehr raffiniert.

Einmal führte eine Schulklasse eine Befragung bei den Gästen des "Green Garden" durch. Es stellte sich heraus, dass die BesucherInnen die gute Qualität sehr schätzen, dass der hohe Preis aber ein kleiner Minuspunkt ist. Platzer sagt dazu schmunzelnd: "Wenn sich mal jemand aufregt, kommen sie dann trotzdem wieder."

Ein Lieferservice soll, laut Besitzerin, hoffentlich in einem Monat starten. Dieser soll jeden Sonntag stattfinden. Von 10 bis 15 Uhr wird Frühstück geliefert, am Abend dann Speisen von der normalen Karte.

Hier gehts zur Homepage des "Green Garden"

Ein kleines Familienunternehmen

Cecilia Felber hat vor zweieinhalb Jahren das "Leichtsinn" von einem Freund übernommen. Es ist ein kleines Familienunternehmen. Die Schwiegermutter sammelt frische Kräuter, Schwammerl und setzt Limonaden an. Die Schwester ihres Bruders hat die Speisekarte graphisch gestaltet. Die Speisekarte bekommt durch die handschriftlichen Eintragungen sowie die selbst gezeichneten Vögelchen eine sehr persönliche Note. Auf dieser Karte befindet sich auch die Philosophie des Lokals.

Felber ist seit ihrem 16. Lebensjahr Vegetarierin. Sie hatte einfach Lust darauf, es auszuprobieren. Später kam noch hinzu, dass es ihr gesundheitlich ohne Fleisch einfach besser geht.

"Ich will niemanden bekehren"

Der Unterschied zu anderen veganen-vegetarischen Lokalen liegt darin, dass das "Leichtsinn" nicht gänzlich auf Fleisch verzichtet. So gibt es dienstags und donnerstags ein Tagesgericht mit Fleisch, zu dem jedoch immer auch eine vegetarische Alternative zu haben ist. Am Freitag ist "Frischer-Fisch-Freitag".

Über hundert Portionen des Tagesgerichtes werden jeden Mittag bestellt. Die Tagesgerichte machen den Hauptanteil des Geschäfts aus. Sie wechseln jeden Tag. "Wir versuchen selten, das gleiche Gericht genauso nochmal anzubieten." Dabei wird Wert gelegt auf das Besondere, Andere, kurz - Gerichte mit Pepp.

Inspiriert wird Felber nicht nur von vielen Kochbüchern und Magazinen, sondern auch von ihren Köchen.

"Ich möchte die ungarischen Weine den Salzburgern näherbringen"

Einmal im Monat gestaltet die gebürtige Ungarin Cecilia Felber ein 4-Gang-Menü mit Weinbegleitung. Sie ist Diplomsommelier und macht dies auch als Hommage an ihre Heimat. Von den Stammgästen wird diese Veranstaltung immer besser aufgenommen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.09.2018 um 11:33 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/vegane-restaurants-in-salzburg-boomen-1146187

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