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Wandern in Salzburg: Grenzüberschreitend Salzburg - Bayern

Abschließen wollen wir unsere Serie "Wandern in Salzburg" mit grenzüberschreitenden sowie bayrische Wandergebieten.

1. Großgmain bis Bayrisch Gmain

Ein Grenzüberschreitender Wanderweg zwischen Salzburg und Bayern startet in Großgmain, welcher direkt nach Bayrisch Gmain führt. Auf der Gmain war ursprünglich ein gemeinsamer Siedlungsraum zwischen Untersberg und Lattengebirge. In den Köpfen der Bewohner ist er das trotz Grenze und zeitweiliger politischer Unstimmigkeiten auch geblieben.
Eine sehenswerte Station auf dem Wanderweg ist die Burg Gruttenstein, vor allem in der Adventzeit. Im Winter sind die Burgtore zu einem kleinen, stimmungsvollen Weihnachtsmarkt geöffnet.

Der Wanderweg
Selbst die doppelgestaltige Marienfigur am Ausgangspunkt vor der Großgmainer Kirche blickt sowohl nach Bayern als auch nach Salzburg. Entlang der Hauptstraße geht es von dort am Hotel Vötterl vorbei die wenigen Meter hinab zur Grenze, dann kurz links Richtung Bad Reichenhall und gleich wieder rechts in den Großgmainer Gangsteig. Bei einer Wegkapelle geht es Richtung Gruttenstein (links) zuerst über Wiesen, dann durch Siedlungsgebiet zum unscheinbaren Streitbühel, wo einst die Hallburg stand. Während von dieser nichts mehr zu sehen ist, präsentiert sich die nahe, zum Schutz der Saline errichtete Burg Gruttenstein noch umso eindrucksvoller. Auch von der einstigen Wehrmauer sind noch Reste vorhanden. Der Rückweg führt wieder am Streitbühel vorbei, bei einer Kreuzung geht es dann aber zum "Feuerwehrheim" nach links und anschließend über Leopoldstal zurück nach Großgmain.

• Weglänge: 5,2 km
• Gehzeit: 2 Stunden
• Höhenunterschied: 60 Höhenmeter

2. Purtschellerhaus

Das Purtschellerhaus (1692 m) ist ein echter Grenzfall: Eine Hälfte steht auf bayerischem, die andere auf Salzburger Boden. Ein Grenzstein, welcher die Grenze markiert, steht auf dem Eckersattel neben dem Viehgatter. Gleich dahinter trennen sich die Anstiege zum Purtschellerhaus in eine österreichische und eine deutsche Wegvariante.
Das grenzenlose Wandern zwischen Salzburg und Bayern war jedoch nicht immer so einfach wie heute. Das genau auf der Staatsgrenze errichtete Purtschellerhaus schrieb in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg Geschichte. Hier in diesem zweigeteilten Haus konnten sich Hunderte getrennt lebende Partner und Familien von hüben und drüben wenigstens für kurze Zeit treffen.

Der Wanderweg über Kuchl - Gasteig
Ausgangspunkt ist der Kuchler Ortsteil Gasteig. Hier beim Truckenthannerhof vor der mächtigen Bergkulisse des Hohen Göll endet die öffentliche Straße. Einen halben Kilometer taleinwärts befindet sich direkt neben dem Weg die idyllische Hubertuskapelle mit dem auffallenden, möglicherweise keltischen Lochstein. Die Wanderung auf das Purtschellerhaus aber zweigt schon beim Parkplatz nach rechts ab. Eine sonnige Bauernwiese wird gequert, dann beginnt ein waldreicher, durchgehend steiler Anstieg, der erstmals nach knapp zwei Stunden bei der Dürrfeichtalm (1344 m) eine Verschnaufpause erlaubt. Die Alm, die einen herrlichen Ausblick bietet, ist unbewirtschaftet, aber das eiskalte Quellwasser wirkt wie ein Jungbrunnen. Die folgende halbe Stunde in den Eckersattel (1413 m) ist ein bequemer Spaziergang, gleich nach dem alten Grenzstein wird es noch einmal steiler. Zur Auswahl stehen der sonnige österreichische Weg auf der Südseite (links) und der um fünf Minuten kürzere Anstieg auf deutschem Gebiet. Zielpunkt ist auf jeden Fall das unübersehbare, in verwegener Lage errichtete Purtschellerhaus. Der Abstieg in den Eckersattel kann über die alternative Seite erfolgen, von dort geht es auf dem bereits bekannten Weg retour.
Eine kürzere Variante auf das Purtschellerhaus startet an der Rossfeldstraße. Die Anfahrt erfolgt von der A10, Abfahrt Salzburg-Süd, dann elf Kilometer Richtung Berchtesgaden bis Abzweigung Rossfeldstraße. Über die Mautstelle Süd oder Nord bis zum Parkplatz Ahornboden (1520 m).

• Weglänge: 3,3 km
• Gehzeit: 2,5 Stunden
• Höhenunterschied: 400 Höhenmeter

3. Hallthurm - Dreisesselberg

Der Dreisesselberg (1333 m) war früher ein wichtiger Grenzpunkt. Dort trafen die Grenzen des Kurfürstentums Bayern, der Fürstpropstei Berchtesgaden und des Fürsterzbistums Salzburg aufeinander. Heute befindet er sich zur Gänze auf bayerischem Gebiet und zählt deshalb zu einen der bekanntesten Berge des Böhmerwaldes.

Der Wanderweg
Auf den Dreisesselberg führen mehrere Wege. Die angenehmste Variante bedient sich der wunderbaren Predigtstuhlbahn ab Bad Reichenhall. Eine markierte Höhenwanderung verläuft von der Bergstation über den Kamm auf den latschenüberwucherten Gipfel (hin und retour 2 Std., 6 km, 500 Hm).
Der Ausgangspunkt einer wesentlich längeren Variante ist der Parkplatz nahe Hallthurm an der B20. Der Agnesrundweg 6 verläuft noch zwei Kilometer im Talboden und zweigt dann kurz nach dem Bichllehen nach rechts ab. Der steile, sonnige Steig trifft nach zwei Stunden auf jene Querverbindung, die nach links Richtung Dreisesselberg, Karkopf (Weg 477) weiterführt. Rechts davon, durch einen steilen Steig erreichbar, befindet sich die Steinerne Agnes, eine 15 Meter hohe Felsformation aus Ramsaudolomit. Nach dem Besuch bei der alten Dame oder auf dem Dreisesselberg geht es wieder auf dem gleichen Weg zum Knotenpunkt zurück, nun aber nordwärts Richtung Rotofensattel (Weg 469). Ohne großen Höhenunterschied führt der Steig mit schönen Blicken auf die Montgelas-Nase (Rotofenturm) hinüber auf den Sattel zwischen den beliebten drei Klettertürmen. Der bayerische Minister Montgelas (1759-1838) wurde auf diese etwas respektlose Art im Lattengebirge verewigt. Der Abstieg vom Sattel verläuft durch steiles Gelände, bevor die Route zum Schluss wieder in den flachen Panoramaweg einmündet.

• Weglänge: Agnesrundweg 9 km (Dreisesselberg 12 km)
• Gehzeit: 5 Stunden (7 Std.)
• Höhenunterschied: 760 Höhenmeter (1100 Höhenmeter)

Der Tiefblick vom Dreisesselberg. SN/margarethe
Der Tiefblick vom Dreisesselberg.


4. Bürgermeisterhöhe

Ein grenznaher Wanderweg befindet sich in Bad Reichenhall. Die sogenannte Bürgermeisterhöhe, ermöglicht einen Sommerspaziergang durch den Wald, an der geheimnisvollen Burg Vager vorbei zur wunderbar sonnigen Almwiese beim Kugelbachbauern. Die Burg ist deshalb geheimnisvoll, weil erst im Jahr 2001 Reste der Burg entdeckt wurden. Heute ist nichts mehr von ihr erhalten. Eine Info-Tafel weist auf den Standort hin. Sie soll jedoch doppelt so groß gewesen sein wie die nahe gelegene Burg Karlstein, welche heute eine Ruine ist. Vom höchsten Punkt der Wanderung öffnet sich der Blick auf die Ruine Karlstein und auf den Thumsee.

Der Wanderweg
Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Kugelbachweg oder die Bushaltestelle in Karlstein
(10 Min. Gehzeit). In wenigen Minuten führt der Weg ab dem Waldparkplatz über eine steile S-Kurve zu einer Weggabelung. Etwas oberhalb befindet sich die Amalienhöhe, ein Aussichtspavillon aus der Jahrhundertwende, mit schönem Blick auf das Reichenhaller Becken. Die weitere Route folgt noch fünf Minuten dem Hauptweg Richtung Paul-Gruber-Haus bis zur Abzweigung "Kibling über Schroffen" nach links. Dieser schmale Fußweg verläuft an der Nordseite der hier vermuteten Burganlage Vager vorbei. Nach 30 Minuten, kurz nach der ehemaligen Berggaststätte Zum Schroffen, zweigt der Steig "Bürgermeisterhöhe" nach rechts ab. Der Weg gewinnt rasch an Höhe, der Föhrenwald wird nun lichter. Der angeschriebene Abstecher zur Kirchbergkanzel bringt nicht viel, der Ausblick ist völlig zugewachsen.
Spannend ist dafür das folgende klammartige Wegstück. Danach ist bald der höchste Punkt (770 m) mit der schönen Aussicht auf Burg und Kirche Karlstein erreicht. Der Weg folgt weiter dem Rückenverlauf, bis nach 15 Minuten (800 m) gelbe Wegschilder zu sehen sind. Der richtige, geradeaus weiterführende Pfad ist leider nicht (mehr) markiert, aber er führt tadellos und ohne Orientierungsprobleme zu verursachen nach 20 Minuten zu einem markierten Hauptweg. Hier geht es nach links zur idyllisch gelegenen Gastwirtschaft Kugelbachalm. Der letzte Wegabschnitt folgt für einige Meter wieder dem Hauptweg Richtung Paul-Gruber-Haus, zweigt dann aber nach rechts auf den Soleleitungsweg ab. Über die Amalienhöhe schließt sich die Runde.

• Weglänge: 6 km
• Gehzeit: 2,25 Stunden
• Höhenmeter: 250 Höhenmeter

5. Anger - Höglwörth

Das Kloster Höglwörth wurde von Salzburg gegründet liegt jedoch im Landkreis Berchtesgaden Land in Anger. Das Kloster liegt auf einer Halbinsel im Höglwörther See. Die stille Runde um den See bietet eine gute Gelegenheit, das beeindruckende Bauwerk von allen Seiten kennenzulernen. Auch der See ist in der warmen Jahreszeit verlockend und weist eine gute Badequalität auf. Ein passender Schlusspunkt könnte der gemütliche Gastgarten des Klosterwirts sein.

Der Wanderweg
Ausgehend vom Parkplatz neben dem Klosterwirt führt eine knapp zwei Kilometer lange Runde um den 13,5 Hektar großen, maximal acht Meter tiefen und von stetiger Verlandung bedrohten Höglwörther See. Am Seebad vorbei geht es über den Schornbach, der sowohl die stiftseigene Bäckermühle mit Energie versorgte als auch ein Kraftwerk betrieb. Das farbenfrohe Klosterensemble macht von dieser Seite zusehends einen luftigen, beinahe südländisch heiteren Eindruck. Die gut halbstündige Runde schließt ja vielleicht im Gastgarten des Klosterwirts.
Ein etwas längerer Spaziergang startet im zwei Kilometer südlich gelegenen Ort Anger. Höchst malerisch und strategisch günstig liegt er auf einer Konglomeratinsel und ist dank der gotischen Kirche nicht zu übersehen. König Ludwig I. hielt den romantischen Ort mit dem begrünten, namensgebenden Anger gar für den schönsten in ganz Bayern. Zum Parken eignet sich die Parkfläche neben dem Sportplatz im Talboden. Von hier führt der autofreie Weg zum ehemaligen Kloster Höglwörth geradeaus weiter. Der Rückweg von Höglwörth könnte dann auf die wenig befahrene Zufahrt Richtung Anger nach rechts abzweigen, wodurch auch der bildhübsche Ort selbst noch direkt an der Route liegt. Ein kurzer Fußweg führt wieder hinab zum Sportplatz.

• Weglänge: Seerunde 2 km, ab Anger 6 km
• Gehzeit: 30 Min. bzw. 1,5 Std.
• Höhenunterschied: gering

6. Ainring

Ein Wanderweg in Ainring liegt zur Gänze in Bayern. Dieser Wanderweg führt durch das Ainringer Moor. Das Moos ist zwischen sechs und neun Meter tief. Im Jahr 2003 wurde mit der Renaturierung des Ainringer Mooses begonnen, das heute Lebensraum für vielfältige Flora und Fauna ist. Ein 2,5 Kilometer langer Weg mit elf Stationen und ein Museum vermitteln den Besuchern das Thema Moor in allen Facetten. Wasserfeste Schuhe sind ratsam.

Der Wanderweg
Von der Parkfläche unterhalb der Ainringer Kirche geht es ostwärts über die Ulrichhögler Straße bis zur Bäckerei Götzinger. Hier zweigt der Weg Richtung Moorerlebnispfad nach links ab. Der Aussichtsturm bietet einen ersten beeindruckenden Ausblick auf das Moor und seine Bewohner. Sogar Ferngläser zur besseren Beobachtung stehen zur Verfügung. Der Wald- und Wiesenpfad trifft auf einen Schienenstrang und folgt diesem. Beklemmend wird es bei der riesigen Torffräsmaschine, die in der Nähe des "Moorbahnhofs" vor sich hin rostet. Die Moorrunde durchquert der stellenweise leicht morastige Pfad zuerst einen Fichtenwald, dann einen abwechslungsreichen Mischwald, bevor sich der Rundweg schließt.

• Weglänge: 7,5 km
• Gehzeit: 2,5 Stunden

7. Abtsdorfer See

Eine weitere schöne Wanderung in Bayern befindet sich in Saaldorf-Surheim, welche jedoch auch durch Salzburger geprägt ist. Die Abtsdorfer Seenlandschaft ist heutzutage ein bedeutendes Vogelschutzgebiet. Die Salzburger Landesherren veränderten durch Stauungen oder Abflüsse den Wasserstand des Abtsdorfer Seengebiets immer wieder. Auch wenn es nicht ihre Absicht war, legten sie damit den Grundstein zu einem späteren Vogelparadies. Ein besonderes Juwel auf dem Wanderweg ist das spätgotische Gotteshaus in der kleinen Ortschaft Abtsdorf, einer Filialkirche der Urpfarre Salzburghofen.

Der Wanderweg
Ausgangspunkt der beiden Rundwanderungen ist der Parkplatz Seethal am Ostufer des Abtsdorfer Sees. Eine Informationstafel bietet einen ersten Überblick. Zunächst folgt der Gehweg noch einige Meter dem Straßenverlauf, dann trennen sich die Haarmoosroute und die Runde um den Abtsdorfer See. Der kürzere, einstündige Weg um das südwärts gelegene Haarmoos zweigt nach links ab und verläuft auf der Radroute zu einem Beobachtungsstadel.
Die längere, eineinhalbstündige Tour um den See zweigt beim Punkt Badhäusl nach rechts ab und folgt der schmalen Anrainerstraße. Nach der Aussichtsplattform und dem Informationsstadel beim Weiler Haarmoos führt der Weg durch eine schöne Allee und dann südwärts entlang der Straße durch den Wald zum großen Freizeitareal. Zum richtigen Zeitpunkt und mit Badesachen im Rucksack bietet sich hier eine gute Gelegenheit, den wärmsten Badesee Bayerns schwimmend zu erkunden. Auf jeden Fall empfehlenswert ist vom Ausgangspunkt aus der kurze Abstecher in die kleine Ortschaft Abtsdorf (459 m), die südwärts auf dem sanften Hügel thront. Die Kirche und der König wohnen hier ganz eng beisammen. Bei Letztgenanntem, nämlich Herrn König, erhält man den alten Kirchenschlüssel, der den Weg in ein wahres Wunderreich öffnet.

Quelle: SN

Aufgerufen am 23.09.2018 um 12:39 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/wandern-in-salzburg-grenzueberschreitend-salzburg-bayern-909766

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