Lifestyle

Was die Salzburger Weine können

Sie kosten zwischen 5,90 und 39,60 Euro und leuchten in Zitronengelb, Rosé oder Rubinrot: Sieben Salzburger Weine im Test.

Johannes Einzenberger kostete sich für die SN durch die Salzburger Weine. SN/stefanie schenker
Johannes Einzenberger kostete sich für die SN durch die Salzburger Weine.

Dem Salzburger Wein müsse man Zeit geben, sagt Johannes Einzenberger, Diplomsommelier und Obmann des Salzburger Wein- und Spirituosenhandels. Erst nach 15 Jahren sei das Wurzelwerk ausgebaut, erst dann gewännen die Reben an Widerstandskraft und der Wein an Dichte. Die Geschichte des wiederentdeckten Weinbaus in Salzburg ist verhältnismäßig jung. Vor 18 Jahren hat Marianne Witzko in Großgmain als Erste mit dem Anbau und Keltern von Wein begonnen. Die Pfadfinder kultivieren Wein auf der Richterhöhe, Christian Sturm am Fuß des Mönchsbergs. Auch beim Stift Michaelbeuern wird Wein angebaut. Während Witzko ihre Weine selbst produziert, lassen andere wie die Pfadfinder oder Sturm ihre Trauben von Winzern in der Wachau und in der Südsteiermark verarbeiten.

Für die "Salzburger Nachrichten" hat Einzenberger Weine verkostet - "echte" Salzburger und solche, die aus niederösterreichischen oder Wiener Weingärten stammen, aber zum Teil seit dem achten Jahrhundert in Salzburger Besitz sind. Das ist bei Stift St. Peter und Stift Mattsee der Fall.

1. Riesling Tassilo, 2016, Stift Mattsee
Funkelndes Gelb, Steinobstnoten wie Weingartenpfirsich, Marille, Quitte und reife Birne und eine feine, reife Säure machen diesen Wein aus Krems/Stein frisch und saftig. "Ein eleganter Riesling wie aus dem Bilderbuch", lautet das Fazit von Einzenberger. Passt zu Forelle gebraten mit Butterkartoffeln oder weißem Spargel mit Sauce hollandaise. (12,5% vol., 7,90 Euro, Stift Mattsee)

2. Salzburger Hochthron, 2017, Marianne Witzko
Zitronengelber Chardonnay mit ausgeprägter Fruchtfülle; reifer Apfel, Mango, buttrige Aromen, Nuss, Biskuit, leichte Honigsüße: Die körpereigene Frucht lässt den Wein kraftvoll wirken. "So ein Weißwein aus Salzburg ist eine Ausnahme", sagt der Experte. Vielschichtiger Begleiter zu geschmortem Geflügel mit Rosmarinkartoffeln, Kalbfleisch-Risotto, Bries oder Krustentieren. (14% vol., 11 Euro, Fachl Salzburg)

3. Alsegger Grüner Veltliner, 2017, Stift St. Peter
Helles Grüngelb, reife Äpfel, etwas Birne, Quitte und würzige Anklänge machen diesen Wein aus Alsegg in Wien saftig und würzig. Passt zu mit Frischkäse gefüllten Ravioli, gebackenem Gemüse, Wiener Schnitzel oder Backhenderl. Einzenberger: "Man kann ihn auch zu reifem Käse trinken." (12% vol., 8,50 Euro, Klosterladen St. Peter)

4. Paris Lodron Zwinger, 2017, Pfadfinder
Dieser frührote Veltliner zeichnet sich durch strohgelbe Farbe, gute Säure und lebhafte Kräuterwürze aus. Reife Birne, Apfel, Kräuterzuckerl und Blumenkräuterwiese setzen sich am Gaumen fort. Ideal zu Gemüse oder Fisch mit Kräuterkruste und Püree, gebratenen Melanzani. "Der Preis ist mutig, der Wein hat aber eine eigenständige Charakteristik und ist wegen seiner Herkunft eine Rarität", sagt Einzenberger. (12% vol., 39,60 Euro, Sporer)

5. Johanneswein Zweigelt, 2012, Stift Mattsee
Dieser Zweigelt Klassik aus Krems/Stein ist rubinrot und für sein Alter in der Farbe noch sehr jugendlich. Reife, eingelegte Kirsche, etwas Ribisel und ein Hauch Zwetschke, dazu ein feines, gut gereiftes Tannin geben dem Wein eine elegante Feinheit. Im Nachgeschmack bleibt ein dezenter Mandelton. Passt zu zartem Roastbeef mit Natursafterl, Wintergemüse und Rosmarinkartoffeln oder Kalbsbraten mit Selleriepüree und Karotten. (12% vol., 5,90 Euro, Stift Mattsee)

6. Juvavum Cuvée, 2015, Marianne Witzko
Sattes Rubinrot, Brombeeren, Heidelbeeren, schokoladige Anklänge, Leder und Tabakblätternoten ergeben eine komplexe Aromafülle. "Der Wein hat eine gute Säure, ein kräftiges, reifes Tannin und einen samtigen Trinkfluss. Hut ab, das würde man in Salzburg nicht erwarten", erklärt Einzenberger. Der Wein passt zu Ribeye oder Rumpsteak, zu Hirschragout und Rehrücken oder Lamm mit Kartoffelgratin. (13% vol., 13 Euro, Fachl Salzburg)

7. Mönchsberg Sparkling, 2018, Christian Sturm
Leuchtendes Rosé, eine gleichmäßige Perlage und eine ausgeprägte Fruchtigkeit nach Waldhimbeeren und Erdbeeren animieren zum Trinken. Der Mönchsberg Sparkling ist trocken ausgebaut, das hält ihn lebendig und frisch. "Er eignet sich als Aperitif. Gut einsetzen lässt er sich auch in der Dessertküche, zu Palatschinken mit roten Ribiseln oder zu Crêpe mit Erdbeeren. Und: Man kann ihn auch zu Frischkäse mit Kräutern oder Fruchtstücken genießen." (11,5% vol., 12 Euro, ab Hof)

1000 Jahre Weinkultur
Zwei Salzburger auf den Spuren von Bacchus

Einen Blick zurück auf 1000 Jahre Weinkultur werfen Gerhard Ammerer (Historiker an der Uni Salzburg) und Harald Waitzbauer (wissenschaftlicher Mitarbeiter im Freilichtmuseum) in "Bacchus in Salzburg" (Verlag Pustet).

Aufgerufen am 27.11.2020 um 09:33 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/was-die-salzburger-weine-koennen-87149386

Kommentare

Schlagzeilen