Lifestyle

Was man für einen guten Schlaf tun kann

Immer mehr Menschen haben Schlafstörungen. Ausreichend Nachtruhe ist aber für Gesundheit, Psyche und ein langes Leben unverzichtbar. Also darauf achten!

Zehn Gebote für guten Schlaf. SN/VadimGuzhva - stock.adobe.com
Zehn Gebote für guten Schlaf.

Das mit dem Schlafen ist so eine Sache. Der eine nickt überall ein. Andere wiederum wälzen sich stundenlang im Bett, ohne ein Auge zuzutun.

"Prinzipiell gibt es unterschiedliche Schlaftypen", sagt Alexander Kunz, Leiter des Schlaflabors an der Universitätsklinik für Neurologie Salzburg. "Das ist genetisch vorgegeben." Schlafforscher nennen sie Lerchen und Eulen - die einen, weil sie früh aufstehen, die anderen, weil sie nachts besonders aktiv sind. Was hat das mit den Genen zu tun? "In der Steinzeit brauchte es Menschen, die tagsüber jagten, das Essen zubereiteten etc., und solche, die nachts das Feuer bewachten und vor Feinden warnten." Das Vorurteil, fleißig seien nur diejenigen, die früh aus den Federn kommen, hält sich jedoch hartnäckig. "Hier bräuchte es in der Gesellschaft viel mehr Verständnis", fordert Kunz. Schulen, die zum Teil um acht Uhr früh beginnen, Supermärkte, die um 6.30 Uhr öffnen - das gibt es in den meisten anderen Ländern nicht. Für den Schlafexperten ist klar: "Das ist das Erbe der Habsburger, die Frühaufsteher waren."

Während die Lerchen in diesem Konstrukt weniger Probleme haben, tun sich die Eulen besonders schwer. Sie werden zu etwas gezwungen, was nicht ihrer Natur entspricht. Nämlich abends früh zu Bett zu gehen, ohne überhaupt müde zu sein. Wenn sie in der Früh dann geweckt werden, ist das für sie eine Qual. Ohne starken Kaffee oder eine kalte Dusche kommen sie nur schwer in die Gänge.

Auf die Dauer geht ihnen immer Schlaf ab. Die wichtigen Funktionen, die Schlaf für die körperliche und seelische Regeneration hat, können nicht zufriedenstellend erfüllt werden. Letztlich verkürzt das das Leben - da ist sich Kunz sicher. Und das ist auch durch Studien belegt.

„Schlafbedürnis und -typen sind individuell verschieden.“ Alexander Kunz, Neurologe SN/sw
„Schlafbedürnis und -typen sind individuell verschieden.“ Alexander Kunz, Neurologe

Besser wäre es, die Menschen mit vernünftigen Gleitzeitmodellen in ihrem Chronotypus abzuholen, aber dazu fehlten noch immer der politische Wille und schließlich auch die gesellschaftliche Anerkennung der "Andersartigen", also derjenigen, denen spätere Arbeitszeiten entgegenkämen. Im Übrigen ortet Kunz auch einen Zusammenhang von Schlafmangel und ADHS. "Es gibt darunter sicher eine Gruppe von Kindern, denen das frühe Aufstehen zu schaffen macht."

In Salzburg gibt es bereits einige Schlafexperten, die sich darum bemühen, die Erkenntnisse der Schlafforschung zu verbreiten - aber das sei ein schwieriger und wahrscheinlich langer Weg.

Im Moment müssen sich die Betroffenen noch anders behelfen, zum Beispiel mit Einschlaftipps - wie im Folgenden aufgelistet. Oder sie suchen eine Schlafambulanz auf. Dort werden zunächst im Labor bestimmte Parameter wie Nieren- und Leberwerte, Eisengehalt und Schilddrüsenfunktion überprüft. Kunz: "Oft können Schlafstörungen bloß durch die Regulierung dieser Werte behoben oder zumindest gemildert werden." Im Gespräch wird nach weiteren Hinweisen für die Schlafprobleme gesucht. Reicht das nicht aus, folgen zwei Nächte im Labor unter Überwachung. Dann kann man gezielt nach Lösungen suchen, die den Betroffenen am besten helfen. So etwa Entspannungsübungen (eine der leichtesten Wege ist die progressive Muskelentspannung nach Jacobson mit unzähligen Videos auf YouTube), die Empfehlung, abends nur leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen, gewisse Routinen einzuhalten oder ganz einfach den Wecker umzudrehen, damit man nicht ständig beobachtet, wie lang man schon wach liegt.

Die zehn Gebote des guten Schlafs sind:
1. Gehen Sie möglichst immer um die gleiche Zeit zu Bett. Das gilt auch fürs Aufstehen.
2. Ein Mittagsschläfchen sollte nicht länger als 30 Minuten dauern.
3. Vier Stunden vor dem Schlafen keinen Alkohol und nicht rauchen.
4. Sechs Stunden zuvor keine koffeinhaltige Getränke mehr.
5. Keine schweren, stark gewürzten oder sehr süße Speisen vier Stunden vor dem Schlafen.
6. Regelmäßige Bewegung, aber nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen.
7. Sorgen Sie für eine angenehme räumliche Umgebung.
8. Schlafzimmer lüften.
9. Vermeiden Sie Geräusche und Lichtbeinträchtigung im Schlafzimmer.
10. Das Schlafzimmer nicht als Büro oder Fernsehraum nutzen.

Aufgerufen am 27.11.2021 um 03:42 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/was-man-fuer-einen-guten-schlaf-tun-kann-77520970

Kommentare

Schlagzeilen