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Wie wertvoll Milch ist

Auch wenn der Ruf von Milchprodukten nicht immer der beste sein mag: Immer mehr Studien zeigen, dass Milch einen zentralen Stellenwert in der Ernährung einnehmen sollte.

Milch enthält viele wichtige Nährstoffe. SN/yanadjan - stock.adobe.com
Milch enthält viele wichtige Nährstoffe.

Bereits in der Bibel wurde von der Milch als wichtigem Nahrungsmittel berichtet. Die alten Griechen behaupteten gar, dass Milch unsterblich mache. Kleopatra schätzte offenbar ein Milchbad als Schönheitselixier.

Joghurt und Sauermilch gehören zu den ältesten Lebensmitteln der Menschheit. Wo und wann die Erzeugung von Milchprodukten ihren Ursprung genommen hat, ist nicht exakt belegt. Sicher ist jedoch, dass die Herstellungspraktik über Jahrtausende fast unverändert geblieben ist.

Auch in unserer Heimat haben Milch und Milchprodukte seit jeher eine große Bedeutung. Sie zählen aufgrund der hohen Konzentration an wichtigen Nährstoffen zu den qualitativ hochwertigen Lebensmitteln.

Milch und Milchprodukte enthalten biologisch hochwertiges Eiweiß. In Kombination mit Getreideprodukten, wie Hafer, oder Kartoffeln sind sie eine wichtige Eiweißquelle, die für den Aufbau und Erhalt unserer Zellen wichtig ist. Insbesondere Personen, die auf Fisch und Fleisch verzichten, können mit Milch das notwendige hochwertige Eiweiß zuführen. Dazu enthalten Milchprodukte wertvolle Vitamine, insbesondere Vitamin B2 und B12, und Mineralstoffe wie Zink und Calcium (wichtig für den Knochenaufbau).

Der Milchzucker (Laktose) ist bei der Fermentation von Milch zu Joghurt, Buttermilch, Sauermilch und Kefir das Nährsubstrat für die Milchsäurebakterien. Der Milchzucker wird dabei zu Milchsäure abgebaut, die wiederum für die Entwicklung und en Erhalt einer gesunden Darmflora mitverantwortlich ist. Säuglinge jedoch sollte man von Geburt an vorerst stillen oder mit industriell vorgefertigter Anfangsnahrung versorgen. Erst ab dem sechsten Monat kann man Kuhmilch in geringer Menge beifügen.

Die derzeitigen internationalen Richtlinien empfehlen die tägliche Zufuhr von maximal 200 Milliliter vollfetter Milch oder Joghurt. Durch eine zu hohe Eiweißzufuhr bei Kindern vor dem Ende des ersten Lebensjahres werden die Nieren zu stark belastet. Auch der Darm kann mit Mikroblutungen reagieren.

Nach dem Erreichen des ersten Lebensjahres werden drei Portionen Milch und Milchprodukte empfohlen. Das entspricht 120 Milliliter Milch oder 100 Gramm Joghurt, einer Kinderfaust (rund 30 bis 40 Gramm) Topfen und einer Scheibe (20 Gramm) Käse.

Auch im Erwachsenenalter sollten Milch- und Milchprodukte in unserer Ernährung nicht fehlen. Zwar ist Milch immer wieder stark in Verruf geraten. Doch viele Studien belegen, dass Milch in der Gesundheitsvorsorge eine wichtige Rolle spielt.

Nach Berichten des WCRF (World Cancer Research Fund) und entsprechenden Metaanalysen verringert der Konsum von Milch- und Milchprodukten wahrscheinlich das Risiko, an Darm-, Blasen-, Magen- oder Brustkrebs zu erkranken. Auch bei übergewichtigen Personen konnte beobachtet werden, dass sie durch eine erhöhte Aufnahme von Milch- und Milchprodukten und gleichzeitiger reduzierter Energiezufuhr sehr gut Körpergewicht reduzieren konnten und sich insbesondere die Körperfettmasse verringerte.

Die groß angelegte PURE-Studie mit 136.384 Probanden im Alter von 35 bis 70 Jahren aus 21 Ländern und fünf Kontinenten brachte neueste Erkenntnisse im Hinblick auf eine Risikoreduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Demnach konnte bei Personen, die mehr als zwei Portionen Milch/Milchprodukte täglich konsumierten, im Vergleich mit einer Kontrollgruppe, die völlig auf Milch verzichtete, Folgendes gezeigt werden: Das Sterblichkeitsrisiko infolge von kardiovaskulären Erkrankungen sank um 23 Prozent, jenes aufgrund von Schlaganfällen um 34 Prozent. Der größte Nutzen wurde durch Milch und Joghurt erreicht. Aber auch der Konsum von Käse und Butter brachte keinen nennenswerten Nachteil.

Vorsorgemäßig sollten wir uns daher nach der derzeitigen aktuellen Verzehrsempfehlung der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung richten und drei Mal täglich Milchprodukte zu uns nehmen. Dies wären zum Beispiel zwei Portionen (200 bis 250 Milliliter) Milch oder ein gesäuertes Milchprodukt und eine Portion Käse (40 Gramm).

Rund 15 Prozent der Erwachsenen leiden unter einer Milchzuckerunverträglichkeit. Als Ersatz gibt es im Handel laktosearme Milchprodukte.

Die Palette an Alternativen zur Milch ist auch für Veganer groß. Ernährungsphysiologisch kann aber kaum etwas mit der Milch mithalten. Der Eiweißgehalt ist bei den Alternativen viel niedriger und es fehlen die wichtigen essenziellen Aminosäuren.

Maria Benedikt leitet die ernährungsmedizinische Beratung am Uniklinikum Salzburg.

Quelle: SN

Aufgerufen am 04.12.2020 um 12:45 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/wie-wertvoll-milch-ist-87455812

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