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Winterliches Abenteuer der Lüfte

Heißluftballon fahren kann man in den Alpen nur im Winter. Warum das so ist und was am Heißluftballonfahren so faszinierend ist, verraten zwei Flugpiloten, die vom "Ballonmekka" Filzmoos im Salzburger Pongau aus die Luft erobern.

Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit selbst. Im Laufe der Geschichte schenkten uns geniale Erfinder verschiedene Möglichkeiten, um in den Himmel aufzusteigen. Dabei unterscheidet sich der Heißluftballon von anderen Fluggeräten: Man schwebt in absoluter Stille, ohne Motorengeräusche und ohne in einer Kabine eingeschlossen zu sein. Man erlebt die Höhe mit allen Sinnen.

Streicheleinheit für die Seele
"Ballonfahren ist eine Streicheleinheit für die Seele", beschreibt es Peter Flaggl, der in Filzmoos, Schladming und Gosau Alpenüberquerungen anbietet. "Je höher man steigt, desto breiter wird das Panorama und damit der Blick auf das große Ganze." Der Weg sei das Ziel, und der Weg werde vom Wind beeinflusst. Das mache Ballonfahren zu einem kleinen Abenteuer. "Wer es einmal probiert hat, ist begeistert, und die meisten kommen wieder", stimmt auch Johannes Mayr zu, der in Filzmoos Veranstaltungen wie die Hanneshof Ballonwoche organisiert. "Die Bergwelt aus dem Weidenkorb erleben, in 3000 Metern Seehöhe und bei klarem Wetter mit einer Fernsicht von bis zu 100 Kilometern!" "Erstfahrer" erhalten von Mayr nach der Landung die traditionelle Ballonfahrertaufe, dann gehören auch sie zur eingeschworenen Gemeinde der Heißluftballonfans.

Nur im Winter möglich
Heißluftballon fahren kann man in den Bergen ausschließlich im Winter von Mitte Dezember bis Mitte März. "Durch den niedrigen Sonnenstand und die kalte Luft auf dem Boden entsteht im Winter keine Thermik, die Bodenwindverhältnisse sind schwach und die Luftschichtung stabil", erklärt Peter Flaggl. Bei passender Wetterlage kann man den ganzen Alpen- und Dolomitenbogen überqueren, z. B. von Zell am See bis Venedig in gut drei Stunden. Im Sommer fährt man mit dem Heißluftballon im Flach- und Hügelland.

Vom Lampion zum Heißluftballon
Das Prinzip des Auftriebs funktioniert so: Heiße Luft bzw. Luft von geringerer Dichte ist leichter als die Umgebungsluft und steigt daher auf. Das entdeckten die Chinesen schon vor fast 2000 Jahren und verwendeten Lampions mit Kerzen bei Feldzügen als Signalzeichen. Bis heute sind diese Lampions Teil traditioneller Feste, etwa Neujahr. Leonardo da Vinci entwickelte 1513 für den Papst Leo X. einen Ballon, der zu dieser Zeit als kunstvolle Attraktion galt. Die erste bemannte Heißluftballonfahrt gelang den französischen Brüdern Montgolfier im Jahr 1783. In der Literatur wurde der Ballonfahrt 90 Jahre später ein Denkmal gesetzt: Jules Vernes Roman "In 80 Tagen um die Welt" wurde zum Kassenschlager und mehrmals verfilmt. Heute wie damals übt das Gleiten in der Luft eine starke Faszination aus.

Berufsbild Heißluftballonpilot
Der Pilotenschein beinhaltet eine ähnliche Ausbildung wie für den Flugzeugpiloten. "Die Fächer umfassen Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Aerostatik, Aerodynamik und Verhalten in besonderen Fällen", fasst Johannes Mayr zusammen. Vor jedem Start klärt der Pilot das Wetter mit einem Meteorologen ab. So weiß er, in welcher Höhe der Wind wohin weht, und kann die Fahrt und somit den ungefähren Landeort planen. Dieser muss für den Rücktransport mit dem Auto erreichbar sein.
Wer selbst einmal mit dem Heißluftballon über die winterlich verschneiten Alpen fahren möchte, kann sich ab sofort bei den Anbietern (siehe Infokasten) anmelden.

Anbieter Heißluftballonfahrten

Salzburg:
Hanneshof
www.ballonfahren-filzmoos.com
Flaggl Ballooning
www.ballonfahren.eu
Oberösterreich:
www.ballonfahren-steyr.com
Bayern:
www.chiemseeballooning.de

Events im "Ballon- mekka" Filzmoos

12.-19. 1. 2019:
DOPGAS Balloon Trophy in Filzmoos mit rund 30 Ballonteams aus aller Welt
19. 1. 2019:
Nacht der Ballone - Ballonglühen in Filzmoos
19.-26. 1. 2019:
Hanneshof Ballonwoche
Weitere Infos: www.filzmoos.at

Gretchenfrage: "Fahren oder fliegen?"

Genau genommen fliegt der Ballon nicht, wie es etwa ein Flugzeug oder Hubschrauber tun. Er bewegt sich nach den Gesetzen der Aerostatik, daher gilt die Regel der Physik: Alles, was leichter ist als Luft, fährt.

Was schätzen Sie: Wie schnell fährt ein Ballon?

Die Geschwindigkeit wird vom Wind beeinflusst. Über der Ebene können es bis zu 50 km/h sein, bei Alpenüberquerungen auch bis zu 120 km/h.

Quelle: SN

Aufgerufen am 26.11.2020 um 05:25 auf https://www.sn.at/leben/lifestyle/winterliches-abenteuer-der-luefte-61572280

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