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"Die Hütten sind bereits gut gebucht"

Der Alpenverein ist mit 230 Hütten einer der größten Beherbergungs- betriebe Österreichs. Trotz Corona sieht man die Sommersaison positiv.

Neu eingebaute Trennwände in einem Schlaflager auf der Lizumerhütte in Tirol. SN/romed giner
Neu eingebaute Trennwände in einem Schlaflager auf der Lizumerhütte in Tirol.

Der Urlaub in den Bergen gilt in Zeiten von Corona als die Alternative zum Urlaub am Meer. Und wie es aussieht, könnte dies tatsächlich auch eintreten. Der Präsident des Österreichischen Alpenvereins, Andreas Ermacora, sagt, dass die Buchungslage in den Hütten des Alpenvereins sehr gut sei. Und dies, obwohl auf den Berghütten strenge Hygienerichtlinien gelten. Allerdings haben etliche Hüttenwirte aus der Not eine Tugend gemacht. Ursprünglich war vom Gesundheitsministerium vorgegeben worden, dass in den Matratzenlagern ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Matratzen sein muss. In vielen Hütten haben die Wirte nun Trennwände eingezogen, damit mehr Bergsteiger bei ihnen nächtigen können. Was allerdings bleibt, ist, dass die Wanderer einen Schlafsack und einen Kopfpolsterüberzug mitnehmen müssen. "Ansonsten hätten die Wirte die Decken jeden Tag waschen müssen, das ist nicht möglich", so Ermacora. Und unerlässlich ist auch, dass sich die Wanderer einen Schlafplatz in der Hütte reservieren, bevor sie in die Berge aufbrechen. "Diesen Sommer gilt auf jeden Fall, dass es ohne Reservierung keine Übernachtung gibt", so der Präsident des Alpenvereins.

Der hofft aber nicht nur auf eine gute Sommersaison, wenn das Wetter mitspielt, sondern freut sich auch, dass der Alpenverein von der Österreicherinnen und Österreichern zur vertrauenswürdigsten Mitgliederorganisation des Landes gewählt wurde (APA-OGM-Vertrauensindex). An der zweiten Stelle landeten die Naturfreunde, auf dem dritten Platz der Verein für Konsumentenberatung. Ermacora sagt, dass diese Wahl die Arbeit des Alpenvereins bestätige. So seien die Mitglieder etwa für die Erhaltung von 26.000 Kilometern Wanderwege in Österreichs Bergen verantwortlich. "Wenn wir die nicht erhalten, dann müssten die Touristen aus Deutschland den Niederlanden im Tal wandern", erklärt er. Dem Alpenverein komme zudem sicher zugute, dass er politisch unabhängig sei. "Politisch sind wir aber in dem Sinn, dass wir uns für die Erhaltung der Natur und der Alpen einsetzen." Dadurch sei der Alpenverein bei der Bevölkerung sehr glaubwürdig.
Der Alpenverein hat österreichweit mehr als 570.000 Mitglieder. Mit seinen 230 Hütten ist er einer der größten Beherbergungsbetriebe Österreichs.

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