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Hochbetrieb bei Engeln

Rund ums Schlosshotel Velden hat das Christkind eine Außenstelle. Am Wörthersee bringt es mithilfe vieler Engel nicht nur Kinderaugen zum Leuchten.

Das Schlosshotel in Velden und alles drum herum erstrahlen im vorweihnachtlichen Glanz. SN/arneitz
Das Schlosshotel in Velden und alles drum herum erstrahlen im vorweihnachtlichen Glanz.

Der kleine Bub im grünen Skianzug stapft ins Veldener Engerl-Postamt. Erwartungsvoll blickt er sich um und zupft am Kleid einer der feenhaften Gestalten mit weißen Flügeln: "Hast du das Christkind schon gesehen?" "Ja, schon oft", antwortet die. Aber im Advent habe es viel zu tun - daher haben sich alle Engerln vom Wörthersee zusammengetan und packen fleißig mit an. Es wird gebastelt, gebacken und geschrieben. Schließlich muss das Christkind rechtzeitig über die Wünsche der Kinder informiert sein. Dafür nehmen sich die Engerln viel Zeit. Vom Brettspiel bis zum Prinzessinnenkleid - die Wünsche der Kinder seien ganz unterschiedlich, verrät ein Engel, bevor es den Brief ans Christkind an einen Luftballon bindet und mit einer Wunderkerze versieht.

Jetzt bloß keine Zeit mehr verlieren. Schnurstracks geht es vorbei an den kleinen Holzhütten und Feuerstellen durch den Park zum Ufer. Während die Enten aufgeregt schnattern, fliegen die Wünsche über die märchenhaft beleuchtete Bucht in den dunklen Himmel. Angefangen hat alles vor 15 Jahren im Schlosshotel Velden. Damals wurde das heruntergekommene Gewölbe aufwendig in eine fabelhafte Weihnachtswelt für die Kinder umgestaltet. Das kam so gut an, dass jedes Jahr etwas Neues hinzukam. Schritt für Schritt wurde der Weihnachtsmann aus der Stadt verbannt und die Engel übernahmen das Zepter. Heute ist selbst das geschichtsträchtige Schlosshotel aus dem Dornröschenschlaf erwacht und lockt als luxuriöses Fünfsternehotel mit ausgezeichneter Küche internationale Gäste an den See. Statt im Winter die Gehsteige hochzuklappen, öffnen immer mehr Betriebe zur Weihnachtszeit. Die Menschen treffen sich beim Lagerfeuer und spazieren die Promenade entlang. Vieles hat sich im Lauf der Zeit verändert, nur eines nicht: Das Schlosshotel ist nach wie vor das Prunkstück des Ortes. Seine Märchenhaftigkeit strahlt weit über den See. Wer aus der Hoteltüre ins Freie tritt, steht mittendrin im Lichtermeer und blickt direkt auf den überdimensionalen schwimmenden Adventkranz. Traditionell wird jeden Adventsonntag eine Flamme entzündet, bis alle vier in der Bucht leuchten. Allerdings macht der Adventkranz nur im Dunkeln etwas her. Tagsüber wirkt das drahtige Gestell recht uncharmant. So manch einer fragt sich, warum dieser nicht wenigstens mit ein paar grünen Ästen geschmückt ist. Freilich sehe das hübscher aus, doch gerade im Winter könne es auf dem Wasser recht stürmisch werden. Die Deko würde dem Wind nicht lang standhalten. Der Schnee würde sich darin verfangen und den Kranz zum Sinken bringen.

Den schönsten Blick auf die abendliche Szenerie hat man vom Schiff aus. Mit dem geht es zur Wallfahrtskirche Maria Wörth, wo Kerzen und Tannenbäumchen den Weg zum besinnlichen Innehalten weisen. Ein Shuttlebus fährt dann weiter hinauf auf den Pyramidenkogel. Dort können Mutige auch im Winter den 170 Meter hohen Holzturm erklimmen und mit der Rutsche acht Etagen hinunterrutschen. Nach der Aufregung braucht der Magen etwas zur Beruhigung. Gut, dass am Fuße des Turms ein paar Hütten kulinarische Köstlichkeiten aus der Region auftischen. Peter aus Fresach schwört auf seinen Zirbenschnaps, der sogar gegen Alzheimer helfen soll. Ingo aus Klagenfurt hingegen empfiehlt ein Stamperl Ingwersaft. Wem danach noch immer kalt ist, der stellt sich ans Feuer, zum Beispiel bei Peter aus Bad Eisenkappel. Eine 300 Jahre alte Schmiede hat er in liebevoller Handarbeit in ein Schmiedemuseum umgebaut. Hoch über den Wolken zeigt er, wie ein Glücksbringer in der Glut entsteht. Zurück in Velden werden Naschkatzen beim Baumkuchen-Zug von Vanille-Kokos-Dampf eingehüllt, während Feinschmecker am Corso karamellisierten Knoblauch und Salami probieren. Nachtschwärmer rücken schon mal unter den Heizpilzen vor dem Casino zusammen, während sich der kleine Bub im grünen Skianzug von seinem Engerl verabschiedet: "Du hast so schöne Flügel, kannst du auch fliegen?", fragt er beim Gehen. "Ja", flüstert der Engel, "aber nur dann, wenn niemand zusieht."

Anreise: Bequem mit der Bahn direkt nach Velden. Von dort gibt es einen Advent-Bus-Shuttle nach Pörtschach, Maria Wörth und zum Pyramidenkogel. Alternativ fahren an den Adventwochenenden auch die Linienschiffe zwischen Velden, Pörtschach, Maria Wörth und Klagenfurt.
www.woerthersee-advent.at
Pyramidenkogel-Advent:
geöffnet an den Adventwochenenden, jeden Freitag, Samstag und Sonntag. Nicht verpassen - die herrliche Aussicht vom Holzturm und die Rutsche!
Kirchenadvent in Maria Wörth: geöffnet an den ersten drei Adventwochenenden.Veldener Advent: geöffnet bis 23. Dezember, jeweils freitags 15 bis 19 Uhr, samstags und sonntags 11 bis 20 Uhr.
Weihnachten im Falkensteiner Schlosshotel Velden:
geöffnet an allen Adventwochenenden von 14 bis 17 Uhr. Winter High Tea an der Schlossbar mit Süßem aus der hauseigenen Patisserie, Do-it-yourself-Lebkuchenhaus-Set zum Mitnehmen, Nikolausbesuch am 8. Dezember um 17.30 Uhr für Kinder; Adventzauber-Package für zwei Nächte ab 521 Euro im DZ, inkl. Spa, Kutschenfahrt, Fackelwanderung und vieles mehr.
schlossvelden.falkensteiner.com

Die Recherchereise wurde ermöglicht durch Falkensteiner Schlosshotel Velden und Velden/Wörthersee Tourismus.

Quelle: SN

Aufgerufen am 22.10.2018 um 08:27 auf https://www.sn.at/leben/reisen/hochbetrieb-bei-engeln-21366337

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