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Tourismus sieht keine negativen Auswirkungen durch AfD-Erfolg

Die rechtspopulistische AfD ist zweitstärkste Partei in Mecklenburg-Vorpommern. Ängste, dass nun deshalb die Urlauber nicht mehr an die Ostsee oder die Mecklenburgische Seenplatte kommen wollen, hält der deutsche Tourismusverband für unbegründet.

Tourismus sieht keine negativen Auswirkungen durch AfD-Erfolg SN/APA/AFP/dpa/DANIEL BOCKWOLDT
Das Schweriner Schloss.

Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern rechnet trotz des großen Zuspruchs für die rechtspopulistische AfD nicht mit weniger Urlaubern in den Ferienregionen. Auch die Präsenz der rechtsextremen NPD im Schweriner Landtag in den vergangenen zehn Jahren habe nicht für einen Rückgang der Gästezahlen gesorgt, sagte der Sprecher des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. So wurden im Jahr 2006 noch rund 24,8 Millionen Übernachtungen im Land gezählt, im vergangenen Jahr waren es 29,5 Millionen. Auch in diesem Jahr werde ein Rekord angepeilt.

Bei der Wahl am Sonntag hatte die AfD 20,8 Prozent der Stimmen erhalten. Besonders stark wurde sie in Vorpommern, wo sie ihre drei Direktmandate eroberte. Auch die NPD hatte dort ihre früheren Hochburgen.

Allerdings könnte die starke AfD-Präsenz die Außenwerbung des Landes behindern. Dies sei in den Regionen, in denen sich das Land noch bekannter machen und die Menschen für einen Aufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern gewinnen wolle, nicht förderlich. "Es ist eher ein hemmendes Element", sagte Woitendorf.

Es sei bekannt, dass die ostdeutschen Bundesländer und damit auch Mecklenburg-Vorpommern beim Thema Rechtspopulismus und -extremismus unter einer besonderen Beobachtung stehen, sagte Woitendorf. "Es ist aber klar, dass die Urlauber differenzieren können." Es gebe keine direkten Beziehungen zwischen der politischen Färbung einer Region und den touristischen Bewegungen. Dies zeige sich beispielsweise in Frankreich. Dort sei der rechtsgerichtete Front Nationale in ganzen Regionen sehr stark, trotzdem würden deutsche Urlauber auch weiter nach Frankreich fahren.

Quelle: Dpa

Aufgerufen am 21.09.2018 um 12:33 auf https://www.sn.at/leben/reisen/tourismus-sieht-keine-negativen-auswirkungen-durch-afd-erfolg-1094917

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