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Tourismus widerspricht: Personalmangel in Branche nicht kleinreden

Tourismus-Obfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher will eine Spezialauswertung des AMS, wonach es in der Gastronomie keinen österreichweiten Fachkräftemangel gibt, nicht unkommentiert stehen lassen.

Symbolbild. SN/heinz bayer
Symbolbild.

"Die traurige Tatsache, dass in unserer Branche akuter Personalmangel herrscht, lässt sich nicht kleinreden", so die Branchenvertreterin am Montag in einer Aussendung.

Verkürzte Betrachtungsweisen führten schnell zu Falschinterpretationen. "Wir arbeiten vielfach im Saisonbetrieb. Daher ist der Eins-zu-eins-Vergleich mit Ganzjahresbetrieben bei der Personalsuche unzulässig", findet Nocker-Schwarzenbacher.

Die Besetzung von 30 Prozent der ausgeschriebenen Stellen dauere bis zu drei Monate. "Was das für einen Saisonbetrieb bedeutet, ein Vierteljahr ohne Fachkraft dazustehen, kann sich jeder ausrechnen", so Nocker-Schwarzenbacher. Viele Betriebe würden auch über private Jobportale nach Fachkräften suchen. Per Stichtag 2. Jänner seien bei www.hotelcareer.at 1.627 offene Stellen im Tourismus gemeldet gewesen, davon 557 Köche und 454 im Service. "Jene Stellen, die ausschließlich auf diesem Wege angeboten werden, scheinen in der AMS-Datenbank meist gar nicht auf", meinte die Obfrau.

Die AMS-Auswertung ergab, dass es österreichweit deutlich mehr arbeitssuchende Kellner und Köche als offene Stellen gibt. Zudem wird ein Großteil der Jobs innerhalb weniger Wochen vergeben.

AMS-Chef Johannes Kopf sieht auch die Bezahlung im Tourismus als ein Thema. "Natürlich, wenn sich Arbeitsbedingungen verändern, dann gibt es auch mehr Interesse", sagte Kopf im "Ö1-Mittagsjournal". Aber es sei nicht nur eine Frage des Lohns, sondern auch der Arbeitszeiten. Der Tourismus habe Bedarf am Wochenende, am Abend. Menschen würden aber eher unter tags arbeiten wollen, jedenfalls dann, wenn sie Familie haben. "Es wird immer schwierig sein in dieser Branche und für diese Branche. Die Branche kann sicher einiges auch anders tun. Auf der anderen Seite brauchen wir aber auch mehr Flexibilität der Arbeitssuchenden in Ostösterreich", so Kopf.

Quelle: APA

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