Reisen

Über den Wolken und im Netz

WLAN an Bord. Das Surfen im Flugzeug ist vom Luxus zum Standard geworden.

Surfen im Flugzeug: heutzutage Standard. SN/fotomek - stock.adobe.com
Surfen im Flugzeug: heutzutage Standard.

Vor wenigen Jahren war das noch echter Luxus und den Business- oder auch First-Class-Passagieren vorbehalten, heute ist WLAN an Bord durchaus üblich. Vor allem Passagiere von US-Fluggesellschaften sind zu fast 90 Prozent auf Wunsch online. Und das auch auf internationalen Flügen.

Außerhalb der Vereinigten Staaten ist nur rund ein Drittel mit WLAN in der Kabine versorgt, Tendenz allerdings steigend. Derzeit ist etwa ein Viertel der - nicht privaten - Passagierflugzeuge mit dem Netz verbunden. Ein Vorteil, der gerade Geschäftsreisende anzieht. No-frill-Airlines wie Ryanair, Vueling oder Easyjet haben für ihre Fluggäste noch kein WLAN parat. Und auch typische Ferienflieger wie Condor oder Tuifly, aber auch Brussels Airlines, Croatia Airlines und LOT Polish Airlines gehen noch ganz netzlos in die Luft.

Wie das Magazin "Business Traveller" berichtet, haben Umfragen des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft ergeben, dass 2013 nur 40 Prozent der Passagiere WLAN im Flugzeug für eine gute Sache hielten, 2017 bereits 47 Prozent. Auch eine Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im letzten Jahr habe gezeigt, dass ganze 60 Prozent der Befragten Internet an Bord nicht für Luxus, sondern für eine Notwendigkeit befanden.

Wie aber kommt das Netz an Bord? Für das Unterhaltungsprogramm ist alles schon da, soll heißen, die Daten für Radioprogramm oder Filme, um den Flug kurzweiliger zu gestalten, werden vom bordeigenen Server abgerufen. Und kommen sozusagen per "Heimnetz" zu den Laptops und Smartphones der Passagiere.

Das World Wide Web jedoch kommt über Satellit. Von einer Antenne, versteckt in einer Art Beule auf dem Flugzeugrumpf, wird eine Verbindung mit einem geostationären Satelliten hergestellt, der auf Äquatorhöhe hoch über der Erde schwebt. Ein Signal, das vom Passagier ausgesendet wird, saust dann vom Flugzeug erst zum Satelliten, von dort weiter auf die Erde und wieder retour. Das macht das Surfen über den Wolken manchmal ein wenig langsam.

Das unbeschwerte Surfen ist zwar mittlerweile erschwinglich, aber auch nicht immer gratis. Hier ein paar Preisbeispiele renommierter Fluglinien: Passagiere der Economy-Klasse bei Turkish Airlines können den Wi-Fi-Internet-Service für 9,99 US-Dollar pro Stunde oder für 14,99 für ein 24-Stunden-Paket nutzen. Auch Lufthansa verlangt neun Euro pro Stunde oder 17 für die gesamte Flugzeit. WLAN bei Eurowings gibt's ab 7,90 Euro, bei Swiss ab 9 Schweizer Franken, jeweils für 20 MB. Wer's gratis will, bucht bei Emirates, da sind die ersten 20 MB kostenfrei.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.08.2019 um 12:14 auf https://www.sn.at/leben/reisen/ueber-den-wolken-und-im-netz-60596401

Schlagzeilen