Urlaub dahoam

Flaschenpost aus Afrika

Teil eins meiner Kürbisrecherche.

 SN/rolandessl

Da die Kürbisernte voll im Gange ist, habe ich mich auf die Suche nach Geschichten um den Plutzer, wie er in der Steiermark heißt, gemacht. Verblüffenderweise findet man schon im alten Rom des 1. Jh. n. Chr. Rezepte mit Cucurbita (das ist der lateinische Ausdruck für Kürbis). Gemeint wurde da wohl die Zucchini, welche ebenfalls zur Familie der Kürbisgewächse zählt. Es könnte aber auch der Flaschenkürbis gewesen sein, der schon vom griechischen Arzt Diokles von Karystos im 4. Jh. v. Chr. beschrieben wurde. Wie dieser Kürbis nach Europa kam, hat mit der besonderen Eigenschaft zu tun, dass dieser ein Jahr lang in Salzwasser schwimmen kann, ohne dass seine Samen ihre Keimfähigkeit verlieren. So konnte sich der Flaschenkürbis vor 12.000 Jahren als Flaschenpost mit fruchtbarem Inhalt auf allen Kontinenten ansiedeln.

Als Christoph Kolumbus am 3. Dezember 1492 auf Kuba an Land ging, entdeckte er Früchte, welche dem in Europa bekannten Flaschenkürbis ähnelten, und er nannte diese ebenso Cucurbita, woraus dann der Begriff Kurbitz und schließlich der Kürbis wurde.

Für die Seefahrer war die Kürbisfrucht eine Bereicherung, da diese durch ihre dicke Schale sehr lange haltbar war und etwas Abwechslung auf den Speiseplan brachte. Als englische Siedler im November 1620 die nordamerikanische Küste des heutigen Massachusetts erreichten, herrschte ein bitterer Winter. Die Siedler überlebten diese harte Zeit nur, weil Indianer sie mit Lebensmitteln, unter anderem mit Kürbissen, versorgten. Zum Dank luden die Kolonisten ein Jahr später die Indianer zu einem dreitägigen "Thanksgiving-Fest" ein. Das ist der Grund für das noch immer in Amerika gefeierte "Thanksgiving-Fest" mit Truthahn und Kürbiskuchen, welches am letzten Donnerstag im November groß gefeiert wird.


Rezept
Kürbiskernauflauf mit Weichseln

4 Portionen, Rezept von Goach Werner, Jagawirt, St. Stefan ob Stainz

Zutaten: 50 g Butter, 25 g Staubzucker, 3 Eidotter, Prise Salz, 50 g Topfen, 3 Eiweiß, 25 g Kristallzucker, 80 g geriebene Haselnüsse, 30 g geröstete Kürbiskerne. Für die Förmchen Butter zum Ausstreichen, geriebene Haselnüsse zum Ausstreuen.

Weichseln: 200 g entsteinte Weichseln, 20 g Kristallzucker,
5 g Maizena

Vorbereitung: Kleine Dariol- oder Puddingformen mit halbflüssiger Butter gut ausstreichen und mit geriebenen Haselnüssen ausbröseln. Die entsteinten Weichseln mit Zucker aufkochen und mit Maizena binden.

Zubereitung: Handwarme Butter schaumig rühren und mit Eidotter und Zucker abtreiben. Kürbiskerne hacken und mit den Haselnüssen vermengen. Eiweiß mit Zucker und Salz zu Schnee schlagen. Den Topfen unter die Buttermasse heben, danach den Schnee und die Nüsse mit den Kürbiskernen locker unterheben. Die Masse in die Formen füllen und diese im Wasserbad bei niedriger Temperatur am Herd zugedeckt pochieren (nicht kochen). Nach ca. 40 Minuten die Formen stürzen, anrichten und mit Weichseln und Schlagobers garnieren.

Fragen und Anregungen
alpenkulinarik@rolandessl.at

Aufgerufen am 05.12.2021 um 09:59 auf https://www.sn.at/leben/reisen/urlaub-dahoam/flaschenpost-aus-afrika-77182327

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