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Wien-Tourismus wirbt ohne Hysterie um russische Gäste

Dass Russinnen und Russen weniger reisen, spürt auch Wien. 322.000 Besucher aus dem Land wurden im ersten Halbjahr 2014 gezählt - ein deutliches Minus von 12 Prozent.

Wien-Tourismus wirbt ohne Hysterie um russische Gäste SN/bernhard schreglmann
Wien wirbt um russische Gäste.

Im Jahresvergleich beträgt der Rückgang derzeit 10 Prozent, berichtete Tourismusdirektor Norbert Kettner im APA-Gespräch. Er war kürzlich auf Werbemission zu Gast in Moskau und hat dort auf Hysterie verzichtet, wie er betonte.

Man müsse der "Schrillheit" der derzeitigen Debatte etwas entgegensetzen, zeigte sich Wiens Chef-Touristiker überzeugt: "Wir fallen nicht in hysterischen Aktionismus." Die politische Lage, die Sanktionen und der schwache Rubel seien zwar auch beim Event ein Thema gewesen, Wut oder Ärger darüber habe man jedoch kaum zu Spüren bekommen - eher Nachdenklichkeit.

Laut Kettner ist es wichtig, zu signalisieren, dass man weiterhin als Partner zur Verfügung steht, "und dass man sich nicht zurückzieht, wenn es einmal haarig wird". Es gebe so gesehen "Business as usual", und zwar im guten Sinne, wie Kettner versicherte. Insgesamt sind 60 Branchenvertreter zu der Veranstaltung erschienen, konkret ins "White Loft", eine ehemalige Fabrik, die heute als Event-Location dient.

Russland sei der drittstärkste Herkunftsmarkt. Der Werbeauftritt in Moskau solle die krisenbedingten Nächtigungs-Rückgänge abfedern und das grundsätzlich starke Interesse an Wien aufrechterhalten, hieß es. Beworben wurde ein Klassiker, nämlich die Wiener Ringstraße. Das 150-Jahr-Jubiläum der Prachtstraße gilt als einer der Tourismus-Schwerpunkte im kommenden Jahr.

Wobei bei der Veranstaltung Ende vergangener Woche auf Aktionismus doch nicht ganz verzichtet wurde: Der russische Schauspieler Anatoliy Beliy las aus dem Text "Cocktail" von Vladimir Sorokin. Der Autor war ebenfalls anwesend - und hat sogar gesungen, erzählte Kettner.

Quelle: APA

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