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Wir sind dann mal weg

Harter oder weicher Brexit? Egal wie es kommt, wer ins Vereinigte Königreich reisen möchte, sollte sich gut informieren und vorbereiten.

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"Kühle" Länder von Irland bis Island liegen im Trend. Und auch die Städtereisen boomen. All das bringt Großbritannien zahlreiche Gäste. Welche Auswirkungen der Brexit auf Reisende haben könnte, hat der ÖAMTC übersichtlich zusammengefasst.

Gleich vorab: Ein geregelter, "weicher" Brexit hätte keine bedeutenden Auswirkungen für Touristen. Im Falle eines "harten" Brexits ergäben sich teils gravierende Konsequenzen. Denn dann würde im Vereinigten Königreich kein EU-Recht mehr gelten. "Reisende sollten daher auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Es gilt abzuwarten und sich bis dahin immer wieder kurzfristig zu informieren", rät ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Flugexperten erwarten zudem Ausfälle und Verzögerungen. Pauschalreisende, die im Reisebüro oder online buchen, sind laut Expertin besser geschützt, da der Veranstalter für die Reise in jedem Fall garantiert. Weiters sei es bei kurzfristigen Flugbuchungen ratsam, die AGB der Airline genau zu lesen, denn eine eventuelle "Brexit-Klausel" könne den entschädigungsfreien Ausfall des Fluges aufgrund des Austritts vorsehen. Und all jenen, die in nächster Zeit eine Fernreise planen, empfiehlt Pronebner, Zwischenstopps in Großbritannien zu vermeiden. "Es lässt sich nicht abschätzen, wie groß das Chaos nach einem Brexit sein wird."


Fluggastrechte: Das Vereinigte Königreich hat angekündigt, die EU-Fluggastrechte weiterhin zu wahren (genauso die Passagierrechte von Bahn-, Bus- und Schiffsreisenden), Passagiere hätten damit wie gewohnt Ansprüche bei Verspätung oder Annullierung. Auf der ganz sicheren Seite ist man jedoch, wenn man eine Airline bucht, die ihren Sitz in der EU hat.


Einreise: Dass man nach dem Brexit nur noch mit Visum einreisen darf, ist unwahrscheinlich. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, dass britische Staatsangehörige für Kurzaufenthalte (bis 90 Tage) in der EU kein Visum brauchen - sofern dasselbe für EU-Bürger, die nach Großbritannien reisen, gilt. Im Zweifelsfall empfiehlt sich, rechtzeitig vor der Reise Kontakt mit der britischen Botschaft in Wien aufzunehmen.


Anreise mit Auto: Laut britischen Behörden wird sich für Besitzer eines EU-Führerscheins auch nach dem Austritt nichts ändern. Das Mitführen eines internationalen Führerscheins ist nicht notwendig. Die Mitnahme der Grünen Versicherungskarte - bisher nur eine Empfehlung - wird künftig jedoch zum Muss. Außerdem sollten Autoreisende die Bedingungen ihrer Kfz-Haftpflicht-, Kasko- und Rechtsschutzversicherung prüfen, ob diese auch Schäden im Gebiet des Vereinigten Königreichs abdecken.


Reisen mit Haustieren: Im Falle eines "harten" Brexits verliert der EU-Heimtierausweis vermutlich seine Gültigkeit und es könnten zusätzliche veterinärmedizinische Dokumente notwendig sein. Es ist dem Vereinigten Königreich überlassen, Einfuhrbestimmungen für Tiere aus EU-Ländern festzulegen. Auch hier gilt: Am besten regelmäßig informieren oder gegebenenfalls die Botschaft kontaktieren.


Krankenversicherung: Die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) auf der Rückseite der meisten E-Cards wird von den gesetzlichen Krankenkassen kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie würde im Falle eines harten Brexits ihre Gültigkeit verlieren. Dann empfiehlt es sich, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen.


Roaming: Für den, der nach dem Brexit sein österreichisches Mobiltelefon im Vereinigten Königreich nutzen möchte, könnten wieder Roaming-Gebühren anfallen. Die Mobilfunkbetreiber der EU sind allerdings verpflichtet, ihre Kunden über allfällige Roaming-Kosten bei Reisen nach Großbritannien zu informieren.


Zoll: "No deal" heißt es dann auch für so manche Mitbringsel, denn dann muss am Flughafen der Weg durch die Zollkontrolle gewählt werden. Flugreisende aus Großbritannien dürfen nur mehr Waren im Wert von 430 Euro (mit anderen Verkehrsmitteln 300 Euro, für Jugendliche unter 15 Jahren 150 Euro) nach Österreich einführen, Waren wie Tabak und Alkoholika unterliegen strengeren Beschränkungen.

Weitere Informationen:www.oeamtc.at

Quelle: SN

Aufgerufen am 17.10.2019 um 01:31 auf https://www.sn.at/leben/reisen/wir-sind-dann-mal-weg-70319374

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