Leben

Welcher Ski passt zu mir?

Es ist kalt, Haube und Schal sind mit dabei und wenn man auf den Berg schaut, glitzern die weißen Gipfel in der Spätherbstsonne. Die Skisaison schickt ihre Vorboten und die Vorfreude steigt.

Welches Material passt zum eigenen Fahrstil? SN/original+
Welches Material passt zum eigenen Fahrstil?

Der ein oder andere hat vielleicht bereits die ersten Schneetage in den Gletscherskigebieten hinter sich und hat sich dort schon für den Skiwinter 2021/2022 warmgefahren. Wie jedes Jahr stellt sich auch heuer die Frage: Darf's ein neuer Ski sein? Bevor man in den kommenden Wochen im Sportfachhandel neue Ski besorgt, sollte man sich überlegen, welches Material zum eigenen Fahrstil passt.

Das sind die gängigsten Skitypen

Slalom Carver

Ein Evergreen im Skiregal sind die Slalom Carver. Perfekt für kurze Schwünge ist der Slalom Carver der kürzeste Carvingski, mit dem man auf der präparierten Piste unterwegs ist. Durch die geringe Länge des Skis ist das Fahren kurzer Radien (Kurven) möglich, dazu braucht man aber auch etwas Kraft in den Beinen, um die Kanten ideal einzusetzen. Wenn du jemand bist, der kurze Schwünge fährt, dann ist der Slalom Carver dein treuer Begleiter auf der Skipiste. Wenn du es hingegen liebst, mit Topspeed die Abfahrt zu bezwingen, und deine Leidenschaft bei den langen Schwüngen zu Hause ist, dann lass lieber die Finger von diesem Ski. Generell eignet er sich daher vor allem für ambitionierte und sportliche bis sehr sportliche Fahrer.

Race Carver

Der Race Carver, auch oft RTL-Ski genannt, ist quasi das Gegenstück zum Slalom Carver. Hier dreht sich alles um lang gezogene Kurven. Mit ihrer taillierten Bauweise ähneln sie zwar den Slalom Carvern, im Gegensatz zu ihnen sind sie jedoch länger und für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt, da die Radien, die man mit ihnen fahren kann, um einiges größer sind. Diese Fahrweise setzt aber ebenfalls ein gutes Skikönnen und genug Kraft in den Oberschenkeln voraus, um die Schwünge ideal auszufahren.

Sport Carver

Die goldene Mitte aus Slalom Carver und Race Carver ist der Sport Carver - mit dem man als Skifahrer sowohl kurze als auch lange Schwünge gut fahren kann. Perfekt für jeden, der beide Welten auf der präparierten Piste genießen will. Natürlich muss man bedenken, dass der Sport Carver bei den langen und kurzen Radien natürlich irgendwann an seine Grenzen stößt.

Allmountain Ski / Allround Carver

Der Allmountain Ski bzw. Allround Carver ist praktisch das Ski-Multitalent für den motivierten Skifahrer, eine Allzweckwaffe für präparierte Pisten und auch für die ein oder andere Pulverschnee-Abfahrt. Er hat eine breitere Taillierung als ein reiner Pistenski (ca. 90-103 mm), was sich natürlich auch auf die Performance auf der Piste auswirkt. Der Allmountain Ski ist an der Kante nicht so aggressiv wie ein Sport Carver, aber macht trotzdem gute Laune, weil er maximal flexibel ist. Und wer spontan einen herrlichen Powder sieht - einfach abbiegen und Spaß haben.

Freeride Ski

Für alle, die sich den Wecker auf fünf Uhr früh stellen, als Erstes den Wetter- und dann den Lawinenbericht lesen und so früh wie möglich aufbrechen, um den idealen Powder für sich auszunutzen, und liebend gern bis über die Knie im Schnee stecken ... genau diese Ski-Enthusiasten greifen beim Skikauf am besten zu den Freeride Ski. Es sind die breitesten Ski auf dem Markt, mit einer Taillierung von bis zu 125 mm wirken sie sehr wuchtig. Um dem Skifahrer genug Auftrieb zu geben, sind Freeride bzw. Powder Ski neben ihrer Breite auch noch etwas länger als vergleichbare Pistenski. Das heißt jedoch auch, wenn man damit auf einer präparierten Piste fährt, dass man viel mehr Kraft aufwenden muss und weit nicht so sicher den Schwung halten kann wie mit einem Sport Carver, da sie nicht für die kompakte Skipiste, sondern den locker-flockigen Powder konzipiert wurden.
Wichtig: Sobald man Off-Piste fährt, muss man immer darauf achten, dass man die möglichen Gefahren respektiert und achtsam im Gelände unterwegs ist.

Freestyle Ski

Wenn es nicht um Radien und Carvingschwünge geht, sondern um Rails, Kicker und spektakuläre Tricks, dann greift man zum Freestyle Ski. Die Freestyle Ski sind meist als Twintips konzipiert, sprich mit zwei aufgebogenen Enden, damit man die Ski ohne Probleme vorwärts und rückwärts bewegen kann. Sie sind meist etwas kürzer als normale Ski, um die Rotation in der Luft noch etwas zu erleichtern, und auch der Kantenschliff ist bei Freestyle Ski mehr oder weniger vernachlässigbar, da im Funpark kaum Kante für Tricks benötigt wird.

Lady Ski

Sogenannte Lady Ski sind eigentlich nichts anderes als eigene Modelle für Frauen, weisen aber kleine Adaptionen zu den klassischen Ski auf, da diese für den männlichen Körperbau, sprich mehr Körpergewicht, ausgelegt sind. Bei den meisten Lady Ski rutscht der Montagepunkt für die Bindung etwas weiter nach vorn, damit man auch mit geringerem Gewicht ähnlich viel Druck auf den Ski bringen kann.

Tourenski

Eine ganze andere Baustelle als die normalen Alpinski sind die Tourenski. Denn damit muss man nicht nur den Berg hinabfahren, sondern sie sind auch dafür konzipiert, mit ihnen den Berg mit eigener Muskelkraft hochzukommen. Natürlich kann man theoretisch mit einer umgebauten Bindung mit jedem Ski eine Tour gehen. Essenziell ist die Skitourenbindung mit Walkmodus. Tourenski sind auch leichter gebaut als normale Alpinski und so kann man kraftsparender Höhenmeter überwinden für die perfekte Abfahrt danach. Generell können Touringski in drei Bereiche unterteilt werden.

  • Klassischer Tourenski: für Genusstouren im einfachen, freien Gelände sowie Pistenabfahrten
  • Freetouring Ski: Freetouring Ski sind etwas breiter, noch mehr abfahrtsorientiert und bieten dank der größeren Mittelbreite einen besseren Auftrieb im Tiefschnee. Im Gegensatz zum klassischen Tourenski sind sie schwerer und haben meist ein ausgeprägtes Rocker-Profil.
  • Race-Touring Ski: Man sieht sie nicht so oft, da sie zwar durch die schmale und kurze Bauart sehr leicht sind und bergauf bei Spitzkehren usw. ihre Stärken ausspielen. Man merkt auf der Abfahrt ihre Schwächen durch die fehlende Breite.

Welches Material passt zum eigenen Fahrstil? SN/hersteller
Welches Material passt zum eigenen Fahrstil?

Individualität ist Trumpf

Wenn man diese Unterscheidungen der Ski aufmerksam durchliest, merkt man, dass man sich selbst als Skifahrer doch einigermaßen gut kennen muss, um die richtige Skiauswahl innerhalb dieser Kategorien treffen zu können. Genau in diese Kerbe schlagen Anbieter wie Original+ aus Salzburg: Die Firma ist spezialisiert auf den Bau maßgefertigter Ski. Das Besondere ist, dass jeder Ski spezifisch für einen bestimmten Kunden gebaut wird. "Der Ski entsteht erst, nachdem wir ihn gemeinsam und individuell für den Kunden spezifiziert haben", so Original+-Geschäftsführer Siegfried Rumpfhuber. "Im traditionellen Weg werden zuerst viele verschiedene Ski gebaut, und dann wird für einen Kunden ein Modell ausgewählt, das möglichst gut zu ihm passt. Bei Original+ bauen wir jeden Ski exakt abgestimmt auf den jeweiligen Skifahrer - abgestimmt auf seinen Körperbau, seinen Fahrstil und seine individuelle Technik." Die Daten werden durch einen digitalen Ski-Konfigurator in eine kundenindividuelle Spezifikation "übersetzt", um den Ski in Sachen Länge, Breite, Längsflex, Torsion und Kantwinkel abzustimmen. Dadurch wird der Ski perfekt auf die Bedürfnisse jedes Kunden abgestimmt. Der wahrnehmbare Vorteil ist ein kraftsparenderes, einfacheres und sportlicheres Skifahren. Darüber hinaus kann der Ski auch noch farblich an die persönlichen Vorlieben angepasst werden.

Aufgerufen am 20.05.2022 um 03:06 auf https://www.sn.at/leben/welcher-ski-passt-zu-mir-113248291

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