Leserbrief

1,50 Euro für Asylwerber - Schämen Sie sich!

Erschüttert las ich am 26. 3. 2018 in den Salzburger Nachrichten ("Viel Streit um wenig Geld"), dass laut Büro von Harald Preuner die bisher üblichen fünf Euro Stundenlohn für Asylwerber zu viel seien. Damit vertritt er als braver Parteisoldat die Linie der Bundesregierung. Schämen Sie sich! Als Bürgermeister der Stadt Salzburg verdient man 15.193,20 Euro im Monat. Ein durchaus fürstliches Salär, über das sich nur wenige Arbeitnehmer/-innen freuen können. Und dann Asylwerbern den Stundenlohn von 5 Euro zu neiden und sie mit unfassbaren 1,50 Euro abspeisen zu wollen, ist in einer Art menschenverachtend, dass einem die Spucke wegbleibt. Ein solches Handeln hat mit dem, was ich in Österreich und in der Stadt Salzburg erleben möchte, nichts mehr zu tun.
Es war auch zu lesen, dass die derzeit 26 in der Stadt beschäftigten Asylwerber in diesem Jahr mehr als 3000 Stunden gearbeitet hätten. Das macht mit 5 Euro pro Stunde etwa 15.000 Euro für alle, nicht für eine einzelne Person und nicht pro Monat - ein Posten, der im Budget der Stadt Salzburg nur wenig zu Buche schlägt, deutlich weniger jedenfalls als das Gehalt des Bürgermeisters.
Also: Warum nicht den Asylwerbern einen fairen Stundenlohn bezahlen und als Spitzenverdiener im Bürgermeistersessel ein bisschen mehr übrig haben für die, die es ohnehin nicht leicht im Leben haben?!

Sabine Weichenberger-Strasser, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 03.12.2020 um 12:29 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/1-50-euro-fuer-asylwerber-schaemen-sie-sich-68002888

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