Leserbrief

100 Jahre Republik

Schön, dass wir jetzt 100 Jahre Republik Österreich feiern können. Auch Revolutionen wollen gefeiert werden.
Dazu möchte ich noch ein paar Gedanken hinzufügen. Nachdem der Habsburger "Völkerkerker" in viele Teilstaaten zerlegt wurde - einige wurden sofort Republiken, andere blieben bis in die 1940er-Jahre Monarchien -, verlor unsere neue Republik zirka die Hälfte des geschlossenen deutschsprachigen Siedlungsgebiets und wurde schlussendlich unser heutiges Österreich.
Nachdem sich das Königreich Ungarn und seine dort lebenden Volksgruppen abgetrennt hatten, verblieb der andere Teil von Österreich-Ungarn mit seinen vielen Volksgruppen zurück. Da ja nun dort auch viele Volksgruppen lebten, scheint mir die damalige Restbezeichnung "Deutschösterreich" durchaus logisch, da die slawischen Teile Österreichs nicht mehr dabei sein wollten/durften.
Auch wenn die ersten ca. 40 Jahre für dieses Österreich absolut nicht sehr erfreulich waren, mauserte sich unser Land zu einem ansehnlichen Staat, da wir ein tüchtiges Volk sind und auch genügend Nachlass des Habsburgerreiches erhalten haben. Dafür sollten wir dem Herrgott mehr als dankbar sein und auch dafür, dass wir von Anfang an nicht in dem kommunistischen Herrschaftsgebiet bleiben mussten.
Weiters sollten wir auch der Europäischen Union zu Dank verpflichtet sein, da sie einige Wunden der mutwilligen Zerstörung eines an sich gut funktionierenden Gebildes verringert hat. Ich hoffe, dass diese EU so lange wie das ehemalige Habsburgerreich bestehen wird und dadurch den Frieden sichern kann. Auch wenn sie jetzt Probleme bewältigen muss, die früher das Haus Habsburg bewältigen musste.

Ing. Klemens Pfungen, 2265 Drösing

Aufgerufen am 19.10.2019 um 08:56 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/100-jahre-republik-61143208

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