Leserbrief

380 kV - Alternativen zur Freileitung

Die Wünsche der Freileitungsgegner, die schöne Landschaft nicht durch die 380kV-Leitung zu verunstalten, sind nachvollziehbar. Aber weder politische Parteien noch die Medien und schon gar nicht die Freileitungsgegner diskutieren die möglichen Alternativen. Ich finde, dass sich das ändern muss!
Ich habe größte Zweifel an der Durchführbarkeit einer Erdverkabelung. Der Protest der Grundbesitzer, auf deren Gründen die Leitung verlegt würde, wäre noch um ein Vielfaches schärfer als jener der Freileitungsgegner. Würde das Erdkabel im Salzachtal verlegt, dann müsste so manches Haus weichen und zahlreiche Grünlandbesitzer müssten die Hoffnung auf eine spätere Umwidmung auf Bauland begraben. Diese Variante erscheint bei genauerem Hinsehen also völlig undurchführbar. Die Möglichkeit, das Erdkabel über das Gebirge zu ziehen, scheidet sowieso aus. Also bliebe nur die Lösung, einen 120 km langen Tunnel für das Erdkabel zu schlagen. Doch wer sollte die Kosten dafür tragen?
Will man die Freileitung vermeiden, bleibt also nur der gänzliche Verzicht auf die Erneuerung der alten 220kV-Starkstromleitung. Auch diese Variante ist nicht wünschenswert, denn sie hätte zur Konsequenz, dass das Stromnetz dann und wann wegen Überlastung ausfiele und den künftigen Anforderungen keineswegs standhalten könnte, sagen Experten. Auch wenn eine naturbelassene Landschaft wünschenswert wäre, mir ist eine gesicherte Stromversorgung auch sehr wichtig.

Mag. Franz Pöschl, 5163 Mattsee

Aufgerufen am 29.11.2020 um 12:09 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/380-kv-alternativen-zur-freileitung-82944709

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