Leserbrief

380-kV-Leitungs-Gegner und CO2

Kürzlich konnte man wieder lesen, dass Wind und Solarkraftwerke abgeschaltet werden mussten, weil eine Leitung fehlte, um den erzeugten Strom in ein Speicherkraftwerk zu leiten. Damit sind die Gegner der 380-kV-Leitung für die negative CO2-Bilanz Österreichs mit verantwortlich. Nicht nur konnte grüner Strom nicht gespeichert werden, sondern es mussten auch kalorische Kraftwerke hoch gefahren werden um ein Blackout bei Windstille zu verhindern.

Auch die Idee eines Erdkabels für 380 kV ist absurd, wenn man sich für die Voraussetzungen einer Verlegung interessiert. Dazu ist ein 40 m breiter Streifen Land notwendig. Zeigen Sie mir eine Strecke, wo dies möglich wäre und die Eigentümer den Grund zur Verfügung stellen würden. Da es mit 380-kV-Kabeln noch keine Langzeiterfahrungen gibt, sind Betriebskosten und Haltbarkeit unbekannt. Bekannt ist jedoch von einer kurzen Strecke in Berlin, dass die Übertragungsverluste viel höher sind, als bei einer Freileitung.

Interessant wäre es zu wissen, wie viel CO2 zusätzlich erzeugt werden musste, weil der rasche Bau der Stromleitung durch Jahre verzögert wurde. Für die zusätzlichen entstandenen Kosten müssen alle Stromkunden aufkommen und man fragt sich, wie diese dazu kommen, nur weil einige wenige diese Leitung störte. Erfreulich ist, dass sie jetzt endlich gebaut wird.

Mag. Reinhard Fischill, 1150 Wien

Aufgerufen am 07.12.2021 um 02:08 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/380-kv-leitungs-gegner-und-co2-78801055

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