Leserbrief

Abschaffung der KESt

Die Bundesregierung heftet sich eine öko-soziale Steuer-Reform an ihre Fahnen. Alleine die Ausgestaltung dieser Reform nimmt seltsame Wege. Nach der bereits beschlossenen Senkung der Körperschaftssteuer (Ertragssteuer für juristische Personen- und Kapital-Gesellschaften) kommt aus den Reihen des türkisen Regierungspartners die Forderung nach Streichung der KESt (27,5 Prozent auf Wertpapiererträge, Kursgewinne aus Kapitalvermögen etc.).

Dies ist so ziemlich genau das Gegenteil dessen, was stets versprochen wurde: Entlastung des Faktors Arbeit, bei ausgleichender Belastung des Faktors Kapital. Offenbar setzt sich hier die Finanz-Industrie mit ihren Forderungen an die Regierung durch.

Um Kleinanleger zu schonen, könnte man doch entsprechende Freibetrags-Grenzen andenken. Im Übrigen erscheint es insbesondere in dieser so schwierigen budgetären Situation doch sehr fahrlässig, auf die Besteuerung von Kapitalerträgen im großen Stil zu verzichten.


Ernst Maier, 6395 Hochfilzen

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