Leserbrief

Abschiebung war menschenverachtend

Wir sind die Lehrerinnen und Lehrer des 13-jährigen Schülers Husein. Noch am 11. Februar bekam er von uns die Schulnachricht ausgehändigt. Niemand in der Schule wusste, dass Husein schon am Tag darauf nach Wien und einige Tage später nach Aserbaidschan gebracht werden würde. Weder wir Lehrer/-innen noch seine Mitschüler/-innen konnten sich von ihm verabschieden. Ein Schelm, der denkt, der Zeitpunkt wäre kein Zufall.

Husein lebt seit fast sechs Jahren in Salzburg. Er ist ein höflicher und humorvoller Bub. Die Noten in seiner Schulnachricht sind allesamt positiv. Zudem ist er ein Nachwuchstalent im Tischtennis. Die menschenverachtenden Abschiebepraktiken werden wohl lange traumatische Nachwirkungen hinterlassen. Laut Robert Veit vom Verein UTTC wurde Husein angedroht, dass er von der Mutter separiert wird, sollte er nicht aufhören zu weinen. Wann werden die Bedürfnisse der Kinder endlich ernst genommen?

Das Lehrerteam der Mittelschule Campus Mirabell, 5020 Salzburg

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