Leserbrief

Abschiedsbrief vom Erdkabel

Ich bin's nochmals, das Erdkabel, diesmal sehr traurig und bitter erzürnt, aber auch dankbar.

Dankbar an alle, die an mich geglaubt haben, allen voran die unermüdlichen nunmehr über 13.000 "Fairkabler", die mit Stil, Kreativität, weder Zeit, Kosten oder Mühen gescheut haben und für mich, das Erdkabel, gekämpft haben, und das auch noch ehrenamtlich. Danke an alle, die sich bereits seit 15 Jahren für die Sache eingesetzt haben. Dank und Anerkennung vor allem an Franz Fuchsberger, der uns seit November 2019 neu motiviert hat und mit selbstlosem Einsatz zu dem geformt hat was wir heute sind, eine richtig gute "Fairkabler"-Familie.

Danke an alle Print-Medien, die uns immer wieder mit Berichten in den Tages- und Wochenzeitungen unterstützt haben.

Traurig über die Ignoranz vieler von der Leitung betroffenen Gemeindebürger sowie aller Vereine. Bei vielen Aktionen hätten wir dringend die Präsenz der Bevölkerung gebraucht, da reicht die Unterschrift allein nicht aus.
Traurig auch über die Menschen mit der "Geht mich nix an"- Meinung oder "Da kann man eh nix machen"- Einstellung. Es geht nicht an, dass man die Natur und die Berge stürmt und genießen will, aber nicht bereit ist, auch etwas dafür zu tun.
Erzürnt über die Politik und die Behörde, die gemeinsam mit der E-Wirtschaft in einer präpotenten und überheblichen Art gegen die Bevölkerung vorgeht.
Allein die Wortwahl einiger Verfahrensleiter/-innen der Behörde war sehr primitiv und beleidigend.

Gutachten der Gegner wurden abgewiesen und durch interne Gutachten vom Amt ersetzt. Bescheide wurden ausgestellt, aber die betroffenen Bürger durften nicht Bescheid wissen. Was nicht passte, wurde passend gemacht. Es geht nicht an, dass Politiker, Richter und Personen vom öffentlichen Dienst als Aufsichtsräte in einigen Großfirmen oder staatsnahen Firmen fungieren.

Erzürnt auch darüber, dass sich die derzeitige Regierung als innovativ, zukunftsorientiert und weitblickend gibt, aber ein ganzes Land zurück in die 1960er Jahre führt, die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet und zig Grundbesitzer enteignet, nur um diese alte Technologie durchzuziehen.

Zornig über die staatlichen Rundfunkanstalten über die einseitige Berichterstattung zugunsten der Verbund AG/APG, obwohl bei den Aktionen von uns die Reporter und Kameramänner/-Frauen ihr Bestes gaben.

Unübersehbar auch die Imagewerbung von Verbund und APG mit der heilen idyllischen Naturlandschaft ohne dem zu erwartenden Mastenwald.

Es gibt Gottseidank schon viele Länder, die mich in die Erde verlegen. Deutschland, Schweiz, Italien, Bhutan, Japan und viele andere mehr.

Aber vielleicht kommt ja nun doch eine neue Regierung in Österreich, die "Ja zum Erdkabel" sagt und uns in eine sichere Zukunft führt.

Das Erdkabel, Verfasserin: Gerda Seewald, 5023 Salzburg

Aufgerufen am 03.12.2020 um 09:26 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/abschiedsbrief-vom-erdkabel-95117149

Kommentare

Schlagzeilen