Leserbrief

Abstand halten - Was ist das?

Erlebt am Donnerstag auf der Schranne: Gedränge aller Altersgruppen vor den Verkaufsständen. Abstand, wie schreibt man das? Die Besucher minutenlang Schulter an Schulter. Macht man den "Nachbarn" auf den eigentlich einzuhaltenden Abstand aufmerksam, erntet man sofort Kritik mit schweren verbalen Geschützen. Wovon sprechen wir eigentlich, wenn aus einzelnen Hotspots im Ausland alle Urlauber in die Heimat zurück und zum Covidtest beordert werden, hat schon jemand an einen Test für Schrannenbesucher gedacht?

Lernen wir nicht bald den Hausverstand wieder zum Leben zu erwecken, wird der Regierung nichts anderes übrig bleiben, als noch mehr von diesen wunderbaren Kollektivstrafen zu verteilen. Man könnte meinen, manche Bürgerinnen und Bürger verlangen förmlich danach. Aber vielleicht hilft es etwas, wenn Folgendes bedacht wird: Wird die Schranne geschlossen, haben die sich redlich bemühenden und schwer arbeitenden Standler wieder ihre Einkommensgrundlage verloren. Dann brauchen sie staatliche Förderung. Und jetzt die Gretchenfrage: Wer bezahlt das wohl, oder glauben wir wirklich, dass Steuersenkungen und Familienunterstützung in diesem hohen Ausmaß von jahrelanger Dauer sein werden, wenn auf der anderen Seite milliardenschwere Finanzhilfe nötig ist? Wenn es um das eigene Börserl geht, dann tut es vielleicht auch im Hirn weh!

Elisabeth Manhartsgruber, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 02.12.2020 um 05:13 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/abstand-halten-was-ist-das-91902640

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