Leserbrief

Alle Vögel sind schon da . . .

Wie ich bereits einigen Leserbriefen entnahm, gibt es allerorts Probleme mit dem Vogelschwund. Eine traurige Tatsache, die erst schleichend, jetzt aber unübersehbar scheint. Wie Sie meinem Wohnort entnehmen können, lebe ich in einer ländlichen, etwas abgelegeneren Gegend und auch ich beobachte generell dieses Erscheinungsbild, ich bezeichne mich als eine gute Beobachterin. Auch in ländlichen Gegenden sterben die Vögel aus.

Bei mir im Garten jedoch herrscht reges Vogeltreiben, je nach Jahreszeit tummeln sich Mauersegler, Spatz, Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Tannenmeise, Schopfmeise, Buntspecht, Stiglitz und Dompfaffpärchen um das Futterhäuschen. Auch Eichhörnchen kommen ab und zu auf Besuch. Zugegeben, ich wohne fast am Waldrand und verfüge sogar über mehrere "ausgewiesene" Plätze und Nahrungsquellen.

Ich habe jedoch nicht diesen schicken, zurechtgestutzten, Designergarten, bei mir herrscht das gepflegte Chaos. Zum Einen mähe ich meinen Rasen höchstens zwei Mal im Sommer, ich setzte nur Sträucher, Blumen und Pflanzen, die Futterquelle für Vogel, Schmetterling, Biene, Hummel und andere Insekten sind und lasse alles aussamen. Ein Natureck mit Ästen, Laub, Zweigen, Tannenreisig, Baumstümpfen, Wurzeln, Steinen und Zapfen vervollständigen dieses schöne Naturschauspiel. Gefüttert wird von September bis Mai, vor allem mit Sonnenblumenkernen, Erdnussbruch, Haselnusskernen, Haferflocken, Fruchtmumien, Wacholderbeeren und Meisenknödel. Auch Vogeltränken sind vorhanden. Wenn ganz tiefe Temperaturen vorherrschen findet man noch Erdnussbutter an der "Vogelbar" - eine Extraportion an Stärkung. Für jeden Vogel ist das Richtige dabei. Außerdem hängen einige Nistkästen rund ums Haus und an den Bäumen. Ich wohne mittlerweile zwei Jahre hier und kann schon reichlich "Ausbeute" an Jungvögeln verzeichnen. Obwohl ich zwei Katzen besitze.

Was aber außer dem strikten Verzicht von Chemie, übertriebener Perfektion und Gartensterilität deutlich ins Gewicht fällt, dürfte die einigermaßen saubere Umwelt sein. Mein Garten ist kaum mit Feinstaub noch mit elektromagnetischen Feldern belastet, d. h. bei mir im und ums Haus sind keinerlei "funkende Geräte" im Einsatz. Also keine künstlichen Störfelder - dieser Umstand könnte des Rätsels Lösung sein und wieder so manches Vogelhäuschen füllen.


Daniela Pichler, 5324 Hintersee

Aufgerufen am 17.02.2019 um 10:43 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/alle-voegel-sind-schon-da-63743473

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