Leserbrief

Am Jakobsweg durch Salzburg - Freud und Enttäuschung

Am Jakobsweg führte uns unsere Route von Oberösterreich kommend - Vöcklabruck bis Oberhofen/Irrsdorf - durch das wirklich schöne Salzburgerland. Leider kein Quartier in Oberhofen verfügbar, dafür eine traumhaft schöne Unterkunft in Irrsdorf beim Kirchenwirt. Ein freundlicher Empfang, eine herzliche Gastfreundschaft und eine Unterkunft, die einen wirklich nur Freude macht.

Zudem war auch gerade der Ausklang des Leonhardifestes. Trotz dieser festlichen Anforderungen eine Wirtin mit Charme und Herzlichkeit und eine Unterkunft, die sich sehen lassen kann - großes Kompliment.

Am Sonntag dann der Weg von Irrsdorf zum Etappenziel nach Eugendorf.

Freundliche Menschen, hilfsbereit und liebenswürdig. Weil Irrsdorf ja nicht am Jakobsweg direkt liegt, sondern etwas abseits, war es nicht einfach, den Weg wieder zum Jakobsweg zurück zu finden. Doch die Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft der Irrsdorfer ist einfach toll! Nach der Hl. Messe im Ort begleitet uns eine nette Frau, die auch eben aus der Messe kam, bis zum Weg, der dann wieder auf den Original-Jakobsweg führt, bis zur "Hager-Kapelle". Das ist Gastfreundschaft in Salzburg - und das ist Österreich.

In Pfongau wieder am Original-Jakobsweg ging es durch traumhafte Landschaft in Richtung Wallersee.

Dort dann leider die Enttäuschung.

Endlich bei warmem, schönem Wetter beim Wallersee plagt uns der Durst. Wir kommen zu einer eleganten Gaststätte am Wallersee, Restaurant Weyringer am Wallersee. Drei Tische sind frei, jedoch stehen "Reserviert"-Karten drauf. Wir fragen, ob wir Bier bekommen können? "Haben Sie reserviert?" - "Nein, wir sind Jakobspilger auf dem Weg!" "Dann - leider nicht!" - "Können wir auch nicht nur ein Bier trinken?" - "Nein, wir haben keine freien Kapazitäten!"

Und das am Nachmittag um halb zwei, na die hätten sich wohl ein Bein gebrochen, wenn sie uns beiden ein Bier serviert hätten, dann wären wir zufrieden weitergezogen. Das war wirklich enttäuschend und schmerzlich, so abgekanzelt zu werden - in Österreich.

Gott sei Dank ist der Kellner vom "Fenninger Spitz" ganz das Gegenteil. Voller Betrieb und trotzdem freundlich, nett und flott war uns ein Bier serviert. Viele nette Gäste und keine abgehobene Schnösel, die nur nach Reservation bedient werden. Die Etappe des Jakobswegs endet in Eugendorf. Ein lebhafter Ort, viel Verkehr und Leben. Doch wenn man den Bahnhof sucht, dann sucht man verzweifelt - nur die einheimischen Leute können einem weiterhelfen.

Dann der Bahnhof - ein trauriges Relikt in der heutigen Zeit! Sowohl der Weg dorthin wie auch der Bahnhof selbst ist eine Schande für diese belebte Stadt.

Trotz allem - eine herrliche Wanderung durch ein wunderschönes Stück Österreich. Und vor allem eine Begegnung mit vielen Menschen mit dem Herz am rechten Fleck. Diesen gastfreundlichen und liebenswürdigen Menschen ein herzliches-"Vergelt's Gott"!


Elisabeth und Helmut Schneider, 3430 Tulln

Aufgerufen am 16.01.2022 um 10:51 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/am-jakobsweg-durch-salzburg-freud-und-enttaeuschung-78433057

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