Leserbrief

Amerikas Macht

Zum Artikel "Der Weltpolizist ist auf der falschen Fährte" in den SN vom 28.12.18:

Über Präsident Trump wird beinahe täglich geschrieben und gelästert.
Er ist der neue Gottseibeiuns, die Projektionsfläche für alles Böse und Schlechte. Meiner Ansicht nach geht die Kritik jedoch völlig an den Tatsachen der Welt nach 1945 vorbei.

Der America-First-Grundsatz wurde immer schon gelebt. Viel dezenter und subtiler zwar, aber mit Nachdruck der militärischen Vorherrschaft. Diese war das Vehikel, die Welt wirtschaftlich und politisch zu dominieren. So wurden die Kassen der Wirtschaftsmagnaten und Konzerne gefüllt. Und nun ist eben einer dieser Wirtschaftsmagnaten Präsident. Damit hat die amerikanische Plutokratie direkt die Macht übernommen.

Vergeblich wird auch die Hoffnung sein, Trump könne durch ein Impeachment
abgesetzt werden. Ich bin sogar der festen Überzeugung, dass er sich einer zweiten Amtszeit erfreuen wird. Warum? Die Amerikaner leben in God's own Country, der Heimat der Tapferen, in der besten Demokratie der Welt. So zumindest trommelt es die Propaganda durch alle amerikanischen Medien. Und andere bekommt der Durchschnittsamerikaner nie zu Gesicht.

Kritisiert wird auch der Rückzug als Weltpolizist. Dabei wird nicht beachtet, dass sich die Gewichte der Machtausübung verschoben haben. Nicht mehr die militärische Überlegenheit, sondern die digitale Überlegenheit, die Kontrolle über das Internet präsentieren heute die amerikanische Macht. Je abhängiger wir vom www werden,
je mehr Daten wir in die Cloud laden, je mehr wir unserem Smartphone anvertrauen, umso mehr geben wir uns in die Hände unserer amerkanischen "Freunde".

Peter Fischlschweiger, 5600 St. Johann/ PG

Aufgerufen am 25.10.2021 um 07:37 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/amerikas-macht-63198688

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