Leserbrief

An Mitwirkung der Frauen in der Kirche führt kein Weg mehr vorbei

Die Aktionen von "Frau in der Kirche", als Diakoninnen oder auch Priesterinnen, werden von unserer Familie vollinhaltlich unterstützt. Priesterinnen hat es bekanntlich in allen frühen Hochkulturen gegeben und ist das Zölibat ja nur ein hochmittelalterlicher Ausfluss und findet sich dazu nichts Verpflichtendes in der Bibel. Es spricht demnach meines Erachtens nichts wesentlich Ersichtliches dagegen. Wir maßen uns dazu aber natürlich null Relevanz an.
Ich bin auch eher mehr - zugegeben - der kulturelle Kirchenbesucher und solcher zu manch gegeben Anlässen. Auch sind mir die Unterschiede zu den Protestanten (die "wir" wahrscheinlich vor ca. 400 Jahren mal überwiegend waren) eher sekundär bis unwesentlich.
Wir sind aber auch als frühere Sozialdemokraten über mehrere Generationen in der katholischen Kirche "dabei" geblieben. Vielleicht mehr aus kulturhistorischen Gründen, mag sein, oder aus gesellschaftlichem Pflichtgefühl, eine gewissen Obolus eben auch für Kulturhistorisches, Kult und Ritus, zu leisten.
Ich versteh' aber auch, dass da die drei wesentlichen "abgedeckten" Dinge: Geburt, Ehe, und vor allem das Sterben, inzwischen etwas gar teuer geworden sind, und viele - nicht nur Junge - ausgetreten sind. Der Mensch hat heute zeitenbedingt eben mehr ein gewisses diffuses, lockeres Religions- bis Philosophiegefühl.
Mir gefällt aber dennoch wenig, dass es in Salzburg nicht mal mehr 50 Prozent an Katholiken gibt. Pfarrer sterben altersbedingt weg und es wird enger. Das nun sogar mit kulturfernen Pfarrern - von anderen Kontinenten - aufzufüllen, sehe ich etwas skeptisch.
Wir wollen diese für den Menschen doch seit altersher bedeutsamen Funktionen des Kultus, des Trostes, der Besinnung, ...eigentlich erhalten wissen; und wenn sich dazu mehr Frauen engagieren wollen. Wieso denn nicht? Männerorden und Klöster wären davon ja unbenommen.
In Zukunft dürfte wohl an mehr Mitwirkung der Frauen kein Weg vorbeiführen. Es sollte doch ein Glück für die Kirche und unsere Gesellschaft sein.

Franz Hager, 5026 Salzburg

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