Leserbrief

Analog heißt das "neue" Zauberwort

Schön ist es zu lesen, wenn Eltern und Kindergartenpädagogen erkennen, wie wenig es braucht, um ein Kind glücklich und zufrieden zu sehen. Angelehnt an den Artikel des "Vorzeigekindergarten Zederhaus" fallen mir dazu ein paar Zeilen ein. Eigentlich ist das ja schon seit Menschengedenken so, dass unsere Kinder sich am liebsten mit "natürlichen Spielsachen", wie Steinen, Tannenzapfen, Moos, Holz, kleinen Tieren, Blumen Blättern, Pfützen. Ästen und Schlamm beschäftigen. Da werden unsere kleinen Schätze zu richtig kreativen kleinen Köpfen. Man muss sie nur lassen. Ist halt schwierig, wenn sich Kinder wegen der Markenkleidung nicht mehr dreckig machen sollen, nicht mehr ohne Autofahrt den (kurzen) Schulweg zurücklegen dürfen, keine Katze mehr wegen Toxoplasmosegefahr streicheln sollen, keine Walderdbeere wegen "Wurmbefall" essen dürfen, sich nicht mehr unbeschwert aufgrund ihrer Helicopter Eltern im Wald auf Wiesen oder gar im Garten bewegen können. Anstatt den Kindern Bewegungsfreiheit mit ihren Freunden zu ermöglichen, werden sie allzu oft vor dem Fernseher ruhig gestellt und viel zu früh mit Smartphone, Tablet und neuerdings auch mit einer Überwachungsuhr ausgestattet. All das schadet der natürlichen Entwicklung eines Kindes enorm. Kreativität; Fingerspitzengefühl, handwerkliche Fähigkeiten, Empathie, lustvolles Miteinander, kognitive Fähigkeiten, Bewegungsdrang, und gesunder Schlaf - das alles kann ein kleiner Mensch nur entwickeln, wenn er mit der Natur, mit Tieren, mit Musik, mit verständnisvollen Eltern und guten Freunden aufwächst. Liebe Eltern und Betreuer nehmt euch das zu Herzen - Analog heißt das "neue" Zauberwort!


Daniela Pichler, 5324 Hintersee

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