Leserbrief

Anrainerschutz am Beispiel Salzburgring

Wegen der stetig ansteigenden Lärmbelastung durch den Salzburgring wurde bereits 2015 von der Landesumweltanwaltschaft und den drei zuständigen Bürgermeistern von Hof, Koppl und Plainfeld eine stark besuchte Bürgerversammlung abgehalten und dabei der schon früher gegründete Anrainerbeirat wieder reaktiviert.

Seither kämpft dieser für die Einhaltung und Verbesserung der bestehenden Lärmschutzauflagen, wird aber anscheinend von der zuständigen Behörde und von Teilen der Politik im Stich gelassen.

Der Hauptgrund für die Lärmbelastungen liegt auch daran, dass auch am Ring immer mehr Fahrzeuge mit Auspuffanlagen betrieben werden, welche man im Fahrbetrieb zu einem "brutalen Sound" manipulieren kann. Der Anrainerbeirat hat Schallpegel einzelner Fahrzeuge von bis zu 143 dB(A) gemessen. Das entspricht dem Wert eines Düsenflugzeugs!

Dass solche brutale Lärmemissionen laut Veranstaltungsbescheid verboten sind, kümmert offensichtlich die Mieter (IGMS) des Rings nicht und auch die zuständige Behörde der Bezirkshauptmannschaft Salzburg Umgebung stellte diese Missstände bis dato nicht ab.
Die Anrainer haben auf Grund der Tatsache, dass der Ringbetrieb lediglich mittels einer veranstaltungsbehördlichen Bewilligung betrieben wird, keine Parteienstellung und sind den Lärmbelästigungen von April bis November ausgeliefert.
Für 2020 ist neu, dass man vermutlich getunte Autos anmieten und damit den Ring befahren kann (Einschaltung Facebook). Passt dies noch zum allgemein ausgerufenen Klimaschutz und der Reduktion von Lärmemissionen?

Der Bau einer neuen Zufahrt zum Ring durch ein bis jetzt unberührtes Waldstück und entlang eines Bachbetts soll bereits unter Dach und Fach sein. Die Neuasphaltierung der Rennstrecke soll ebenfalls erfolgen (Kostenübernahme für beide Projekte erfolgt angeblich durch die öffentliche Hand/ Steuergelder). Könnten die Kosten nicht sinnvoller eingesetzt werden?

Es ist nur zu hoffen, dass dies nicht erfolgt. Bereits 50 Millionen Schilling wurden im Jahr 1984) für den Erhalt und den weiteren Betrieb des Rings, durch IGMS, aufgewendet.

Anton Knöbl, 5321 Koppl

Aufgerufen am 07.12.2021 um 05:07 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/anrainerschutz-am-beispiel-salzburgring-84809269

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