Leserbrief

Apothekerin mit Weitsicht

Zu Ihrem Artikel vom 31. 3. 2020 "Apothekerin sorgte rechtzeitig vor":

Zell am See ist ein gutes Stück weit weg von Wien, der Metropole, es liegt also in der Provinz, sozusagen. Doch ausgerechnet hier, genauer in der ortsansässigen Apotheke, ereignete sich erst unlängst Bedeutendes. Etwas, das sich weder in Wien, der Metropole, in deren hohen Regierungskabinetten, den gelehrten Universitätsstuben und allvorausschauenden Think-Tanks, noch in den riesigen Konferenz- und Verwaltungsagglomerationen der allgewaltigen Europäischen Union ereignet hatte. Denn der Apothekerin von Zell am See wurde die bedeutungsschwere Erleuchtung zuteil, dass, angesichts der schrecklichen Bilder aus China, und entsprechend der alten Einsicht, eins und eins ergäbe zwei, kurz, dass sofort gehandelt werden müsse, schleunigst vorzusorgen und eine sehr große Anzahl von Atemschutzmasken sofort zu ordern wäre. So getan! Ach hätten doch all die großen, wichtigen und gelehrten Persönlichkeiten in unserer Metropole nur ein Quäntchen jener Intuition und Voraussicht der Apothekerin von Zell am See gehabt! Schon längst könnten unsere tapferen Polizisten, Supermarktangestellten, Bediensteten der öffentlichen Verkehrsmittel, usw. besser geschützt ihren Dienst versehen, und unsere in die Jahre gekommenen Mitmenschen, ja selbst Du und ich, mit so einer Maske ausgestattet, mit weniger Furcht durch den erwachenden Frühling gehen.


Artur Duniecki, 1220 Wien

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