Leserbrief

Arbeit in Mangelberufen

Wenn ich die jüngsten Berichte über fertig ausgebildete Pflegefachassistenten/-innen im Lokalteil der SN lese, geht mir das sprichwörtliche Messer in der Hosentasche auf. Da machen geflüchtete Menschen (wieso kommen übrigens Afghanen aus einem "sicheren" Land und sind nicht asylberechtigt?) und andere eine österreichische Ausbildung, für die man nicht zuletzt gute deutsche Sprachkenntnisse benötigt. Sie bringen diese Ausbildung in deutscher Sprache zu einem erfolgreichen Abschluss und dann dürfen sie den erlernten Beruf nicht ausüben.

Auf der anderen Seite werden gerade solche Pflegekräfte händeringend gesucht. Das soll verstehen, wer will. Es erinnert stark an das Schicksal von Dr. Rosa Kerschbaumer-Putjata, die als gebürtige Russin auch große Hürden nehmen musste, ehe sie als Ärztin in Salzburg - und da nur wegen eines Dispenses des Kaisers - praktizieren durfte. Und da gab es noch kein Flüchtlingsproblem bei uns, aber großen Mangel an Augenärzten. Und sie war Augenärztin. Allerdings gab es bereits den berüchtigten Amtsschimmel, der hier und jetzt offenbar unglaubliche Wartezeiten zur Erlangung der Rot-Weiß-Rot-Karte beschert, damit die fertig ausgebildeten Pflegerinnen und Pfleger möglichst lange keinem Broterwerb nachgehen können (wenn überhaupt).

Ich kann nur hoffen, dass die in der Politik dafür Verantwortlichen rasch und unbürokratisch so handeln, dass der Normalbürger mit seinem Hausverstand die österreichischen Regelungen verstehen kann.


Komm.-Rat Walter Braun, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 05.12.2021 um 07:40 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/arbeit-in-mangelberufen-84650773

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