Leserbrief

Arme "Behörden"-Menschen!

Danke für den informativen Beitrag von Inge Baldinger über die Bezirkshauptleute als Krisenmanager (SN vom 27. August). Wie wahr und notwendig, dass diese Behördenleiter mitsamt ihren Teams viel Gespür gerade in der Coronakrise brauchen. Verwaltungskulturen sind sehr unterschiedlich von locker über streng bis zu sehr streng und extrem bzw. gnadenlos bürokratisch. Klar wird jeweils auf die Einhaltung von Gesetzen oder darauf verwiesen, dass andere es ja auch so handhaben würden. Es gibt aber doch einen Spielraum zwischen Laissez-faire und dem "Mit Kanonen auf Spatzen schießen". "Ne quid nimis", so lautet schon ein weiser antiker Warnruf, der bedeutet "nichts zu viel", also nicht zu übertreiben! Bezirkshauptmannschaften sollten irgendwie freundliche Dienstleister, sanfte Exekutoren und kommunikative Diplomaten sein, das Gspür als wichtige Ressource sollte gepflegt werden und wachsen können, auch dafür wird es Vorbilder geben. Wenn es Personalmangel gibt, dann muss wohl noch selektiver nach Prioritäten vorgegangen werden. Alles optimal zu machen wird dann schwer möglich sein.
Die "Behörden-Menschen" sind in ihrem Dienst, umstellt von zahllosen Gesetzen und Vorgaben, angesichts so großer Aufgabengebiete wahrlich nicht zu beneiden.


Karl Brunner, 9010 Klagenfurt

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