Leserbrief

Armut in Indien

Beim Lesen der Reportage über die Hochzeit einer indischen Milliardärstochter könnte einem schon das sprichwörtliche Taschenfeitel aufspringen. Selbst als
Tourist bekommt man die weit verbreitete Armut der Bevölkerung deutlich mit und kann sich kaum der Bettel Kinder und Erwachsenen erwehren.
So geschieht es, dass in einem Vier-Sterne-Hotel aufgegebene Postkarten den
Adressaten nicht erreichen, weil die Briefmarken abgelöst wurden, um
so ein Zusatzeinkommen zu erzielen.
Die Kühe sind in Indien bekanntlich heilig, das hindert aber nicht die Touristen als Melkkühe zu betrachten. Kein Foto ohne Obulos. Bei den Sehenswürdigkeiten, im weltberühmten Ta Mahal geht ohne Geld fordernden Begleiter schon gar nichts.
Wenn man solche Szene erlebt, wie sich die normalen Menschen förmlich um jede Rupie raufen, kann es nur Unverständnis für die unermessliche Prahlerei der reichen Oberschicht in Indien geben.
Auch für hungernde Kinder zu spenden, fällt einem angesichts dieser
Vorkommnisse schwer.


Rudolf Ratzenberger, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 01.12.2020 um 07:50 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/armut-in-indien-62523439

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