Leserbrief

Auch Schuldigen Hilfe angedeihen lassen

China ist weit weg, ebenso Italien und sogar noch Ischgl, wenn du im Flachgau wohnst. Aber wenn du im Bekanntenkreis einen Coronafall hast, der mit dem Tod ringt, dann geht uns das schon unter die Haut.
Jetzt geht die Suche nach dem "Schuldigen" los, nach dem, der am Anfang der Infektionskette stand. Es werden Bewegungsprofile erstellt, nachgeforscht, wer wann mit wem zu tun hatte. Aber wer sagt denn, dass der, der schlussendlich ausfindig gemacht wurde, auch der tatsächliche Überträger war? Aufgrund der hohen Dunkelziffer an Infizierten, die keine oder nur schwache Symptome ausbilden, könnte das beinahe jeder von uns sein. Aber irgendeinem wird der Stempel aufgedrückt und ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Gebrandmarkte psychologische Hilfe braucht. Also wer hilft denen, die als Auslöser ausfindig gemacht werden? Denen, die sich schuldig fühlen für den Tod eines Freundes, Bekannten, Arbeitskollegen oder Chefs?
Egal ob aus Ignoranz, Unwissen oder trotz aller Vorsicht, Unterstützung braucht jeder, der sich schuldig fühlt, um weiterleben zu können.

Regina Pühringer, 5204 Straßwalchen

Aufgerufen am 04.12.2020 um 02:32 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/auch-schuldigen-hilfe-angedeihen-lassen-86181346

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