Leserbrief

Ausbau der S2-Bahnstrecke

Herr Haibach (Plattform Probahn) sieht aufgrund gestiegener Fahrgastzahlen die Notwendigkeit eines viergleisigen Ausbaus dieser Strecke als ein Muss an unter dem Motto: "Darf's ein bissel mehr sein, kost ja eh nix." Ein Gleisneubau/-ausbau impliziert generell höchste Betriebsqualität und somit hohe Durchgangsleistung, die selbst auf zweigleisigem Abschnitt zehn bis zwölf Züge je Richtung und Stunde erlauben. Das gilt auch für gemischte Zuggattungen mit fahrplanabhängiger Charakteristik und variabler Beförderungsgeschwindigkeit. Auf dem S2-Streckenabschnitt verkehren in der Hauptverkehrszeit (5.30 bis 8.30 Uhr) Richtung Salzburg rund 20 Personenzüge. Ein drittes Gleis als Maximalvariante könnte den artreinen S-Bahnverkehr übernehmen mit ausreichender Leistungsreserve bei allfälligen Betriebsstörungen.

Ich weiß nicht, ob Herr Haibach das Rüstzeug besitzt, Streckendurchgangsleistungen mit vielen Imponderabilien behaftet zu kalibrieren? Selbst die Fachwelt ist sich mit ihren divergierenden Theorieansätzen zur Schieneninfrastruktur uneins, da die sich ständig ändernden Bedürfnisse an die Transportqualität und an die Umwelt wie auch fortschreitende Technologien neue Herausforderungen mit sich bringen.

Als erster Schritt sollen bauliche Voraussetzungen für einen Halbstundentakt auf der Stammstrecke bis Steindorf bzw. Neumarkt geschaffen werden, u. a. verstärkter Gleiswechselbetrieb mit fliehender Überholmöglichkeit, Verdichtung von Blockstellen und neue
Signaltechnik. Ein viergleisiger Ausbau auf der grenzwertigen Bestandstraße (Fischachschlucht) wäre blanker Unsinn.
Dipl. Ing. Hermann Hutter
D-83395 Freilassing

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