Leserbrief

Ausschreitungen nehmen zu

Der Sturm auf das Kapitol in Washington vor einem Jahr lässt nach tieferen Ursachen dieser irritierenden Geschehnisse fragen. Auch wenn diese antidemokratische, geradezu barbarische Aktion einen Tiefpunkt darstellt, so beobachtet man überall auf der Welt die Zunahme von gewaltsamen Protesten. Dabei wird auch das hohe demokratische Gut der friedlichen bzw. gewaltfreien Demonstration indirekt in Misskredit gebracht. Das gleiche Grundmuster erkenne ich bei den übergriffigen Protesten radikaler Gegner der staatlichen Corona-Virus-Maßnahmen, wenn ich an die Drohgebärden gegenüber Verantwortungsträgern und die Attacken auf das Spitalspersonal denke.
Es ist nicht zu übersehen, dass bei derartigen Ausschreitungen die "sozialen Medien" zunehmend eine Rolle spielen. Es gibt sie nun einmal, diese "Segnungen" der digitalen Kommunikation, deren Kehrseite hier wie der "Geist aus der Flasche" in Erscheinung tritt. Nicht hinnehmbar ist in einem Rechtsstaat allerdings, dass auf diesem Wege Aufrufe und Absprachen zu gewalttätigen Aktionen erfolgen.


Georg Weigl, 5023 Salzburg

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