Leserbrief

Auswirkung des Wirtshauspaketes

Laut Portal der Wirtschaftskammer zum Gasthauspaket unterscheidet man Maßnahmen für das nächste Halbjahr und solche, die länger wirken sollen. Jene, die nur für ein halbes Jahr also bis 31.12.2020 "wirken", sind die Senkung der Umsatzsteuer von 20 % auf 10 % für alkoholfreie Getränke und die Verbesserung der Aushilfskräfteregelung. Letztere ist kein wirklicher Lösungsansatz für das Problem Lohnnebenkosten, speziell im Gastgewerbe. Als positiv zu sehen sind die anderen angeführten Maßnahmen, die mit insgesamt 300 Millionen Euro veranschlagt sind. Zur Sinnhaftigkeit der Reduktion der Umsatzsteuer, welche lt. WKO für den Staat zwar 200 Millionen Euro verschlingen soll, sei Folgendes angemerkt: Ein durchschnittliches Landgasthaus erzielt in einem halben Geschäftsjahr einen Nettoumsatz an AF-Getränken in Höhe von 18.000 Euro (tatsächlicher Durchschnitt von vier Landgasthäusern aus 2019). Die Reduktion des USt-Satzes bewirkt daher eine Kostenersparnis vor Einkommensteuer von 1.800 Euro.
Für die Umstellung der Registrierkassen, Buchhaltung und Steuerberatung, Schulung der Mitarbeiter und Rückführung der Stammdaten auf den neuerlichen Steuersatz ab 1.1.2021 kann man getrost einen Aufwand von 800 Euro annehmen, sodass dem formulargestressten Wirt aus dieser gut gemeinten Förderung insgesamt 1.000 Euro vor einer - hoffentlich vorhandenen - Einkommensteuerbelastung verbleiben. Ob solche Maßnahmen volkswirtschaftlich für beide Seiten einen Sinn ergeben sei der Meinung des Lesers überlassen.

Hans Gangl, Steuerberater, 5142 Eggelsberg

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