Leserbrief

Bäume in der Stadt Salzburg - wozu?

Von den Herren Architekten Wagner und Widmann kann man lernen:
1. Die städtische Begrünung ist ausreichend, wenn man in der ferneren Umgebung grüne Berge oder Hügel sieht. Das ergibt, dass man auf fast alle Bäume der Stadt Salzburg verzichten kann.
2. Schotter ist biologisch und klimatologisch gleich wertvoll wie Bäume, und die paar vorhandenen Kastanienbäume werden erfreulicherweise nicht mehr lang leben.
Auf die wohltuende Schatten spendende Wirkung des Schotters wurde offensichtlich wegen der Kürze des Interviews nicht eingegangen. Humorvoll-genial ist der Hinweis auf die Baumlosigkeit des Markusplatzes, welcher regelmäßig (fast) knietief unter Salzwasser steht.
Intelligentes Handeln beinhaltet adäquate Reaktionen auf Veränderungen und Gegebenheiten.
Faktum ist, dass bei uns vor wenigen Jahrzehnten Temperaturen von über 30 Grad seltene Ausnahmefälle waren, derzeit aber Temperaturen von weit über 30 Grad immer häufiger auftreten.
Große freie Plätze eignen sich hervorragend für Paraden und Aufmärsche, deshalb wird der Rote Platz auch nicht begrünt. Aber in Salzburg soll dieser zentrale Platz erfreulich und erholsam sein, zu einer Pause mit schönem Blick auf Baukunstwerke und Natur einladen.
Trotz der Lehren der oben genannten Experten werde ich die Terrasse unserer zukünftigen Stadtwohnung nicht schottern, sondern mit Bäumchen bepflanzen und mich für Dach- und Fassadenbegrünung einsetzen.

Dr. Josef Schedelmann, 5400 Hallein

Aufgerufen am 26.01.2022 um 05:33 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/baeume-in-der-stadt-salzburg-wozu-75202651

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