Leserbrief

Bahnhofplanung überarbeiten

Die Haltestelle Neumarkt-Köstendorf funktioniert ohne Bahnhof Steindorf nicht.
Der Fernverkehrsknoten Neumarkt-Köstendorf blockiert die gesamte Westbahnstrecke und macht den Nahverkehr unmöglich. Die Folge ist, seit einiger Zeit, dass der Schienen-Personennahverkehr zwischen Salzburg und Straßwalchen bzw. Mattigtal, für die Fahrgäste nahezu unbrauchbar ist. Die Verkehrsinitiativen weisen seit Jahren auf diesen unhaltbaren Zustand hin. Nun wird für den Umbau der Haltestelle Neumarkt-Köstendorf zu einem Pseudobahnhof viel Geld in die Hand genommen, um den früheren Zustand noch zusätzlich zu verschlechtern. So etwas ist wohl die unintelligenteste Art Geld zu vernichten, ohne einen nachhaltigen Nutzen zu haben.
Professionelle Verkehrsplanung würde vor Planungsbeginn eine Betriebssimulation am Computer (RailSys oder Supernova) machen. Dann hätte man unschwer erkennen müssen, dass der Ausbau der Haltestelle Neumarkt-Köstendorf ohne die Adaptierung des Bahnhofes Steindorf, mit mindestens einem Inselbahnsteig (Mittelbahnsteig) in der Gleisachse der Westbahnstrecke gar nicht funktionieren kann. Das dritte Gleis lindert zwar das Problem etwas, macht aber aus der Haltestelle Neumarkt-Köstendorf noch lange keinen Bahnhof.
Das Problem in Neumarkt-Köstendorf ist die schlechte Anbindung der Nahverkehrszüge aus dem Raum Oberösterreich, konkret Mattigtal und die kostenintensiven Umwegfahrten der OÖVV-Buslinien durch die Orte Straßwalchen, Steindorf und Neumarkt/Wallersee. Diese fehlende Anbindung macht die Erreichbarkeit der Railjet-Züge in Neumarkt-Köstendorf fast unmöglich! Wenn diese beiden Railjet-Züge fahrplanmäßig gleichzeitig die Haltestelle Neumarkt-Köstendorf blockieren und damit die gesamte Westbahn-Strecke, erreicht kein Nahverkehrszug die Anschlüsse. Mit einem Inselbahnsteig und einem Hausbahnsteig im Bahnhof Steindorf wäre das Problem sofort gelöst!
Bereits vor drei Jahren stellte sich der damalige Landesrat Hans Mayr auf den Justament-Standpunkt "das Paket wird nicht mehr aufgeschnürt". Wir, Verein "Die Rote Elektrische" haben ihm gesagt, wenn man einen Fehler rechtzeitig erkennt, darf man ihn nicht auch noch machen. Auch am 22. 5. 2019 erklärte der ÖBB-Bauleiter, das Projekt sein unumstößlich, was wir allerdings nicht akzeptieren. Ohne mindestens einem Inselbahnsteig und dem Hausbahnsteig in Steindorf kann es nicht funktionieren. Wenn das jetzige unausgegorene Projekt unumstößlich sein soll, muss unbedingt ein neues zum Bau eines Inselbahnsteiges in Steindorf gestartet werden. Wenn man einen Fehler rechtzeitig erkennt, darf man ihn nicht auch noch stur trotzdem machen!

Richard Fuchs e.H., Obmann die Rote Elektrische, Dipl.-Ing.(FH), Erwin Pamp e.H., Obmann Die Rote Elektrische, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 05.12.2020 um 09:50 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/bahnhofplanung-ueberarbeiten-70894510

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