Leserbrief

Bauerprivilegien in Zeiten von Covid-19

Die österreichischen Landwirte erhalten durch Direkt- und Ausgleichzahlungen bereits 71 Prozent ihres Einkommens. Zur Freude des Bauernbundes wurde der Härtefallfonds für die Forst- und Landwirte mit 400 Millionen Euro bestückt. Auffallend ist, dass bisher fast 50.000 Anträge von Kleinunternehmern abgelehnt wurden und kein einziger der 2.904 eingereichten Anträge der Bauern und Bäuerinnen. Sprachlos aber macht mich die Erhöhung der Pensionen für die Altbauern von 450,00 Euro im Jahr. Hintergrund für meinen Unmut sind die bereits vorhandenen Privilegien im Bereich der Pensionen. So belaufen sich die Pensionsversicherungsbeiträge der Bauern auf 17 Prozent, die der Arbeitnehmer und Arbeitgeber nach dem ASVG auf 22, 8 Prozent. 135.000 beitragsleistenden Bäuerinnen und Bauern stehen 170.000 Pensionen gegenüber. Dies bedeutet einen jährlichen Zuschuss an Steuermitteln, die von den österreichischen Steuerzahlenden getragen werden, von 1,7 Milliarden Euro.

Dr. Karl Wilhelmstätter, 5020 Salzburg

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