Leserbrief

Baulandwidmung entsprach Kriterien

Am 11. 1. 2021 warf Herr Haberl in einem Leserbrief Landesrat Schwaiger und der Gemeinde Nußdorf "Freunderlwirtschaft" in der Raumplanung vor. Der Vorwurf lautete, dass "Leute mit bestens geeigneten zentrumsnahen Grundstücken keine Chance auf Bauland haben", stattdessen werde "in weit entfernten Bauernweilern wie Pinswag" Bauland gewidmet.

Als zuständiger Ortsplaner kann ich die genannten Unterstellungen nicht unwidersprochen stehen lassen. Zum einen darf ich anmerken, dass der Großteil der Nußdorfer Baulandausweisungen im Ortszentrum stattfindet. Aber auch der kritisierte Standort Pinswag entsprach den Kriterien für eine Baulandausweisung.

Zum anderen ist nicht nur die Entfernung zum Ortszentrum für eine Baulandausweisung relevant, sondern auch die Erreichbarkeit im öffentlichen Nahverkehr. Und während man Pinswag stündlich mit dem Bus erreicht, sind manche zentrumsnäheren Standorte wie
z. B. Kleinberg außerhalb des Einzugsbereichs des öffentlichen Verkehrs gelegen (maximal 500 m bis zur Bushaltestelle/1000 m bis zur Bahn). Wenn in so einem Fall kein Bauland gewidmet wird, so ist das keine "Freunderlwirtschaft", sondern aufgrund eines Widerspruchs zu den Planungsvorgaben nicht anders möglich.


DI Andreas Schwarz, allee42 landschaftsarchitekten, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 01.12.2021 um 02:44 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/baulandwidmung-entsprach-kriterien-98357518

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