Leserbrief

Beibehaltung von Privilegien

Das Lamento über den Spar-Kurs im ORF ist verfehlt. Keiner lässt sich gerne etwas wegnehmen, auch nicht Privilegierte und Bestverdienende. Der ORF hat seit jeher den Ruf, Privilegien für seine Mitarbeiter zu haben - Privilegien, die durch eine Abgabe finanziert werden. Daran ändert auch nichts die Wehklage von Armin Wolf bei seiner Dankesrede anlässlich der Wahl zum Journalisten des Jahres. Strukturreformen in ORF und eine Qualitätsverbesserung wären sinnvoll und angebracht.
Es ist nicht einzusehen, dass ORF-"Spitzen-Personal" anders besoldet wird als Mitarbeiter öffentlicher Behörden. Man gewinnt den Eindruck, dass die Beibehaltung der derzeitigen Situation als alternativlos dargestellt wird. Dem ist nicht so. Diese "Wehklage" lenkt davon ab, dass der ORF im Wettbewerb mit anderen Rundfunk- und Fernsehanstalten seine Qualität beweisen sollte - ohne die Abgaben.
Anscheinend geht es aber im Wesentlichen um die Beibehaltung von Privilegien unter dem Deckmantel von Pressefreiheit und Informationsversorgung der Öffentlichkeit.

Prof. Dr. Fritz Rubin-Bittmann, 1020 Wien

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