Leserbrief

Beleidigende Forderungen an die Alten

Zum Streitgespräch "Stehen die Alten den Jungen im Weg" (SN vom 7. 12.):

Sehr geehrte Damen und Herren,

in welcher Welt leben wir? Es kann doch nicht sein, dass wir einem jungen Diskutanten die Bühne überlassen und dieser dann versucht, mit provokantem Stehsatz-Gelabere, die ältere Generation vorzuführen und in die Rechtfertigungsecke zu stellen. Damit ist wahrlich niemanden geholfen. Es zeigt schlaglichtartig das Dilemma auf, in die sich die "Generation Greta" hineinbewegt! Obwohl ich deren Beweggründe zu 100 Prozent teile, sind die polarisierenden, z. T. beleidigenden Forderungen an die "Alten" kontraproduktiv.

Die bittere Wahrheit ist doch, dass das an den Pranger stellen von Politik und Wirtschaft, so wie z. B. in Davos geschehen, zu einem Rohrkrepierer verkommen ist. Der weltweite Ausstoß von CO2 nimmt auch in 2019 weiter dramatisch zu! Warum wird die Aufmerksamkeit, die der Klima-Hype durch Greta erlangte nicht zielführender genutzt? Ein erster Schritt wäre, Repräsentanten der fünf größten Emittenten an einen Tisch zu bitten. Mit einer gemeinsamen Forschungs-/ Entwicklungs-Strategie könnte es gelingen, die fossile Schiene ein für alle Mal zu stigmatisieren. Für die global emittierten 38 Gigatonnen CO2 p. a. sind China, USA, EU, Indien und Russland zu 2/3 (26 gt) verantwortlich.

Mit populistischen Anwürfen allein wird dem generationenübergreifenden Bemühen zur Bewältigung der Klimakrise ein Bärendienst erwiesen.


DI Otmar Schöner, 8680 Mürzzuschlag

Aufgerufen am 17.01.2021 um 03:31 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/beleidigende-forderungen-an-die-alten-80477197

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