Leserbrief

Bergrettung hat einen hohen Preis

Diese Schlagzeile "Leichtsinnige Wanderer müssen für ihre Bergung zahlen" (SN v. 19.8.) erweckt den Eindruck, dass alle jene Bergsteiger und Wanderer, welche nicht in die Kategorie "leichtsinnig" fallen, ihre Bergekosten (in Salzburg) nicht zu zahlen hätten. In Oberösterreich werden jedenfalls für alle Einsätze, unabhängig vom Verschulden bzw. den Umständen Kosten in Rechnung gestellt.

Dazu eine kurze Darstellung eines persönlichen Ereignisses: Vorweg: Ich gehe seit Jahrzehnten mit entsprechender Kleidung und bei passender Witterung wandern und bergsteigen. Eine Versicherung für Freizeitunfälle hatte ich nie abgeschlossen, da ich immer trittsicher, schwindelfrei und vorsichtig unterwegs war. Dennoch bin ich dann im Jahr 2018 im Pyhrn-Priel-Gebiet vom Berg abgestürzt und musste schwer verletzt und bewusstlos geborgen werden. Die dafür angefallenen Kosten beliefen sich auf rund 12.000 Euro (knapp 1.000 Euro für die Bergrettung und rund 11.000 Euro für die Seilbergung per Hubschrauber und den Flug in das Krankenhaus). Von der GKK wurden von diesen Kosten ca. 800 Euro übernommen; alles andere musste ich selbst tragen, obwohl ich nicht "leichtsinnig" unterwegs war. Deshalb meine Empfehlung: eine Unfallversicherung abschließen oder einem alpinen Verein beitreten, um versichert zu sein (darauf wurde ohnehin in Ihrem Artikel hingewiesen). Übrigens betragen die in Ihrem Artikel angeführten Tarife für die Hubschrauberbergung in Salzburg nur rund die Hälfte jener, die mir vom ÖAMTC in der Steiermark in Rechnung gestellt worden sind. Die Salzburger werden demnach kostengünstiger "gerettet" bzw. wie geschildert vom Berg abgeholt. Mir ist noch wichtig anzumerken, dass die Serviceleistungen für die Bergung mein Leben gerettet haben. Die Bergrettung Spital am Pyhrn war mit einer Gruppe zu meiner Absturzstelle aufgestiegen. Da von dieser die sichere Bergung nicht möglich war, wurde der Hubschrauber samt Notfallmediziner angefordert, der in kurzer Zeit vor Ort war, mich versorgte und nach Linz geflogen hat. Die "Rettung" bzw. das Leben retten hat eben einen hohen Preis!

Franz Weberberger, 4611 Buchkirchen/ Wels

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