Leserbrief

Beruflicher Lebenslauf eines "Blei-Setzers"

Sechs Monate vor der Kapitulation des von dem Malergesellen Adolf H. aus Braunau geführten "Deutschen Reichs" wurde ich wegen der Bomben-Angriffe der "Amis" aus "Schutzgründen" im Leib meiner hochschwangeren Mutter aus Sicherheitsgründen von der Hauptstadt Bayerns näher zur Alpen-Hauptkette hin (nämlich am Tegernsee in Bad Wiessee) "ausgetragener", als "werdender" Sohn meines (wie der Familienname verrät) aus dem Nordwesten Deutschlands stammenden Gerichtsreferendar-Vaters des "Deutschen Reichs" geboren, der noch im Mai 1945 - als bekennendes NS-Nichtmitglied (!) trotz seiner "NS-Dienst-Jahre" - als Mitarbeiter immer noch in der untersten Stufe (!) seines Jura-Studium-Abschlusses gefallen ist. Wegen der zu dieser Zeit stattfindenden Bombenangriffe auf "unser München" wurde ich zwar in Oberbayern (am Chiemsee) geboren, bin aber in der "boarisch'n" Hauptstadt aufgewachsen und habe dort die Volksschule sowie ein Realgymnasium (aus finanziellen Gründen nur die sechs Klassen von neun) bis zur Mittleren Reife besucht, habe darauf dann den Beruf eines Handsetzers erlernt und mit der Gesellenprüfung abgeschlossen. Das war nämlich die Voraussetzung für den anschließenden Besuch der HTL "Akademie für das Graphische Gewerbe", München (Mittlere Reife plus Lehre in einem "grafischen" Beruf) - als letzter Jahrgang noch ohne den Titel "Ing. grad.".

In dieser meiner beruflichen Tätigkeit machte ich die gesamte Änderung vom Satz mit Blei-Buchstaben bis hin zum elektronischen (Computer-)Satz mit, bevor ich dann mit 63 Jahren in die Pension ging. Das alles war jedoch eine interessante, aber sehr oft auch eine ziemlich stressige Zeit.


Fritz Grasedieck, 5421 Adnet

Aufgerufen am 21.01.2021 um 04:17 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/beruflicher-lebenslauf-eines-blei-setzers-84753409

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