Leserbrief

Bestandsrückgänge der Feld- und Wiesenvögel

In der Rubrik "Kurz gemeldet" war in den Donnerstag-Ausgaben vom 24. 1. und 31. 1. 19 über das Sterben der Feld- und Wiesenvögel in Europa zu lesen. Die dramatischen Bestandsrückgänge in Europa in dreieinhalb Jahrzehnten auf weniger als die Hälfte (!) an Individuen fanden sich gleich neben der Meldung über zehntausende verschossene Golfbälle auf dem Meeresgrund vor der kalifornischen Küste. Eine weitere Kurzmeldung berichtete über eine wissenschaftliche Erkenntnis, dass Urvölker oft viel (mehr) über Flora und Fauna ihrer Region wüssten als Forscher. Vielleicht spüren Sie auch den beißenden Zynismus, mit dem die Zusammenstellung dieser Kurzartikel, wenn auch unbeabsichtigt, nach meinem Empfinden aufwartet. Der fatale Umstand, dass wir - von wissenschaftlichem Monitoring nüchtern dokumentiert - dem Aussterben von Arten unmittelbar vor unserer Haustür zusehen, wird zur wöchentlich wiederholten Kurzmeldung degradiert. Die Situation an sich und insbesondere diese Art der (Neben-)Darstellung macht wütend und traurig zugleich - und verlangt mehr denn je nach Leitartikeln über Menschen, die sich ungebrochen und hoffnungsspendend dem rasanten Verlust der Lebensräume und Artenvielfalt durch ihr Wirken und Handeln entgegenstemmen.


Roland Schmuckerschlag, 1040 Wien

Aufgerufen am 17.11.2019 um 12:47 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/bestandsrueckgaenge-der-feld-und-wiesenvoegel-65253001

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