Leserbrief

Besuche in Krankenhäusern und Seniorenheimen

Zu den Leserbriefen von Frau Taferner-Mühlbacher und Frau Ing. Grosser vom 4. 5. möchte ich folgendes schreiben: Auch ich finde es unglaublich und ganz entsetzlich, dass es für, zumindestens einen Angehörigen, nicht möglich ist, Menschen am Ende ihres Lebens (und ich rede jetzt gar nicht von Covid Patienten, aber natürlich auch von diesen) zu begleiten. Auch in Corona Zeiten muss das machbar sein! Wenn nicht, dann dürfte ja auch kein Pflegepersonal und keine Ärzte mehr ins Krankenhaus. Mit den nötigen Schutzvorkehrungen soll, ja muss das unbedingt ermöglicht werden. Ich bin mir sicher, dass Angehörige, falls es um die Kosten geht, auch gerne etwas für die Schutzbekleidung bezahlen. Es kann weiters nicht sein, dass Demenzpatienten und Menschen mit geistigen Behinderungen ohne vertraute Bezugsperson im Krankenhaus sein müssen. Alleine in einer vollkommen fremden Umgebung unter vollkommen fremden Menschen, die kaum etwas über ihre Patienten wissen, meistens nicht in der Lage, sich ausreichend zu artikulieren. Das sind schnelle und nicht zu Ende gedachte Entscheidungen, die der akuten Situation geschuldet sind. Aber jetzt wäre es an der Zeit das neu zu überdenken, neu zu regeln und damit eine gute Lösung für alle zu finden. Und auch den Senioren in den Heimen muss es möglich sein, ihre Lieben wieder zu sehen. Diese Momente sind für viele der einzige Höhepunkt und die einzige Freude in ihrem Leben. Die psychischen Folgen dieser Isolation können für alte Menschen ganz dramatisch sein. Frau Ing. Grosser schreibt, dass es ihrer Tochter stinkt, dass es keine richtige Schule gibt. Dazu kann ich nur sagen, dass die Kinder noch viel Zeit für Schule haben werden, die Senioren in den Heimen aber für ihre Familien vielleicht nicht mehr. Und während sich die Besucher in den Heimen sicher gerne an die notwendigen strengen Sicherheitsbestimmungen halten werden, wird es in den Schulen äußerst schwierig werden, diese komplett umzusetzen. Daher abschließend meine Bitte an das Gesundheitsministerium und speziell an Herrn Minister Anschober, hier für eine gute Regelung zu sorgen, die zwar schützt, aber trotzdem einen menschenwürdigen Umgang bis zum Schluss möglich macht. Und das bitte, bevor möglicherweise eine zweite Welle kommt.


Andrea Göldner Bakk. Komm., 5020 Salzburg

Aufgerufen am 03.12.2020 um 03:43 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/besuche-in-krankenhaeusern-und-seniorenheimen-87199147

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