Leserbrief

Betteln in Salzburg

Dem Leserbrief von Herrn Dr. Pölzl vom 20. 3. 2019 stimme ich sehr zu. Auch ich wundere und ärgere mich schon lange darüber, dass dieses "Recht auf Betteln" und die kontraproduktiven Auswüchse nicht abgestellt werden.

Die armen "Bettler" und Zeitungsverkäufer/-innen (offiziell "Notreisende") haben nachweislich nur ganz wenig vom erbettelten Geld, die Hintermänner wechseln täglich Unsummen in den Münzzählern der Bankfilialen um, werden reich und bauen sich in den Heimatdörfern Villen und fahren teure Autos. Sie selbst sitzen bei jedem Wetter auf der Straße, hungern, frieren, völlig menschenunwürdig. Was ist das für ein Recht? Zynischer geht es nicht mehr!

Subjektiv findet bei einheimischen Erwachsenen, besonders aber bei unseren Kindern, ein unseliger Abstumpfungs- und Frustrationsprozess statt, wenn das Vorbeigehen und Wegschauen als Hartherzigkeit erlebt und vorgelebt werden muss. Niemand kann permanent Geld hergeben. Außer unsere Politiker, die süffisant erklären, immer etwas Kupfernes in der Tasche zu haben. Als ob das eine Lösung wäre, bestenfalls ein wenig verlogener Selbstschutz!

Rumänien ist ein EU-Land, warum müssen EU-Bürger/-innen bei uns betteln (dürfen)? Wo bleiben die EU-Fördergelder für Regionen und Minderheiten? Betteln im EU-Nachbarland in diesem Kontext als Menschenrecht zu bezeichnen ist naiv und absurd zugleich.

Dasselbe gilt für die vielen rumänischen "Pflegekräfte". Sie haben fachlich großteils keine Ahnung, sprechen meist kein Wort Deutsch, sind billig und müssen das verdiente Geld auch ihren Hintermännern abliefern. Für sie selbst entwürdigend, für unsere Pflegebedürftigen unzumutbar.

Politiker/-innen bitte endlich aufwachen! Befürworter/-innen dieser menschenverachtenden Unsitten bitte nachdenken.

Das Helfersyndrom macht gelegentlich blind und dumm. Oder profitiert da irgendjemand auch in Österreich von diesen Machenschaften? Es muss doch kommunalpolitisch und bilateral möglich sein, dieses grauenhafte Sklaventum armer rumänischer Menschen und diese absolut unwürdige Ausbeuterei zu beenden. Dieses bei uns einfach gewähren zu lassen ist eine Schande.


Dr. Ewald Moser, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 04.12.2020 um 12:13 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/betteln-in-salzburg-68201413

Schlagzeilen