Leserbrief

Bettelverbot in Assisi

Ich war über Ostern in Assisi und habe gestaunt. In dieser Metropole des Bettelordens der Franziskaner gibt es kaum Bettler. Warum - das erklärte mir ein Gottesmann: Im gesamten heiligen Bezirk um die Kirchen gilt ein totales Bettelverbot. Und: Die kirchlichen Organisationen haben für die einheimischen Notleidenden ein umfangreiches Unterstützungsangebot geschaffen.
Das sollte auch der Salzburger Erzbischof Franz Lackner - ein Franziskaner - zur Kenntnis nehmen, der seinen Ordensbrüdern nach deren Hilferuf wegen der Gewaltexzesse rumänischer "Notreisender" in den Rücken gefallen ist.
Das sollten auch die Hilfsorganisationen zur Kenntnis nehmen. Was sie für "caritas" halten, ist nichts anderes als die Förderung eines organisierten Geschäftsmodells, das den Männern und Frauen wenig bringt, die bei Regen und Kälte an erfolgversprechenden Punkten den ganzen Tag lang sitzen müssen.
Es ist die, nennen wir sie "Organisation", die den Profit abschöpft - vor allem in Salzburg, aber auch in anderen Orten Österreichs, nicht aber in der Metropole des Bettelordens der Franziskaner in Assisi.

Hans Kutil, 5023 Salzburg-Guggenthal

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